Soziale Bibliotheksarbeit

Soziale Bibliotheksarbeit

»Kompensationsinstrument« zwischen Anspruch und Wirklichkeit im öffentlichen Bibliothekswesen
Manuela Schulz
2009
115 Seiten
kart.
ISBN 978-3-940862-10-5
19,00
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Gegenwärtig dominiert nicht mehr das in den 1970er Jahren vorherrschende Verständnis Sozialer Bibliotheksarbeit, bei dem »Benachteiligte« wie Patienten und alte Menschen das inhaltliche Konzept bestimmten. Gerade die sich seit mehreren Jahren abzeichnende strukturelle bzw. Jugendarbeitslosigkeit, Integrationsprobleme und öffentlich thematisierte Bildungsunterschiede veranlassen Bibliothekare, sich intensiver mit der Problematik auseinanderzusetzen. Bedeutungsumfang des Begriffs, die Entwicklung des dahinter stehenden Konzepts und der mit diesem verbundenen Optionen, Chancen und Probleme werden betrachtet, und somit versucht, Wesen und Merkmale sogenannter Sozialer Bibliotheksarbeit herauszufiltern. Diese lösen sich gleichzeitig mit der Erkenntnis auf, dass es im Kern um nichts anderes als öffentliche Bibliotheksarbeit geht. Das Buch analysiert die verschiedenen Sichtweisen auf das Konzept der Sozialen Bibliotheksarbeit in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis heute, die Rolle Tragweite und Möglichkeiten, die dem unter dem diesem Begriff erfassten konzeptionellen Spektrum in diesem Zusammenhang zukommen.

Rezensionen

Das Soziale als Anspruch und Konzept

Von der Arbeit für Benachteiligte zur optimierten Kundenorientgierung

Soziale Bibliotheksarbeit – dieser Begriff scheint etwas aus der Zeit gefallen. En vogue war er in den Siebziger und Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, zu einer Zeit, als ab und an der Ruf nach sozialpädagogischen Zusatzqualifikationen für das Bibliothekspersonal Öffentlicher Bibliotheken laut wurde.

Manuela Schulz widmet sich in ihrem Buch diesem Themenkomplex und beleuchtet die Entwicklung der Sozialen Bibliotheksarbeit von 1970 bis heute: Sind Öffentliche Bibliotheken nicht ohnehin sozial wie nur irgendwas? Wo bewegt sich unsere Zielgruppe? Wo steht unser mysteriöser Nichtnutzer?

Demokratischer Anspruch

Die vorliegende Publikation fußt auf der Magisterarbeit der Autorin, die sie 2006 am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt Universität zu Berlin einreichte. Die Literaturwissenschaftlerin beschränkt sich hier auf die Entwicklungen in der alten Bundesrepublik und lässt die in der DDR explizit außen vor.

Was die Autorin zusammen getragen hat, zeugt von großer Fleißarbeit. Sie liefert eine Standortbestimmung der Öffentlichen Bibliothek und kommt mit vielen theoretischen Betrachtungen daher. Ihre zentralen Fragen lauten: Welche Ansprüche werden gegenwärtig an eine Öffentliche Bibliothek gestellt? Ist eine Soziale Bibliotheksarbeit vonnöten?

Das Buch taucht zunächst in die Geschichte der Öffentlichen Bibliotheken ein und zieht das damalige Selbstverständnis des Berufsstandes heran: In den Gründerjahren der Bundesrepubliken sollten die Leser in den Büchereien noch angehalten werden, sich hochzulesen. Sie bekamen ausgewählte Bücher über die Tresen gereicht. Mit Trivialliteratur durften die Leser zwarangefüttert werden, letztlich jedoch war die Heranführung an Hochkultur das eigentliche Ziel.

Seit Gründung Öffentlicher Bibliotheken in Großbritannien lautet die Forderung an die working class in diesem Sinne, Raus aus dem Pub, rein in die public library. Das deutsche Bibliothekswesen stand unter starkem Einfluss der britischen public libraries. Hier wie dort sollten soziale Unterschiede durch Bildung abgeschwächt werden. In den Sechzigerjahren brachen dann andere Medienformen über die Öffentlichen Bibliotheken herein, und ihr demokratischer Anspruch verfestigte sich, für tatsächliche alle Mitglieder der Gesellschaft da zu sein.

Die Soziale Bibliotheksarbeit kam auf, und weil jede Bibliotheksarbeit sozial ist, steht der Begriff als Tautologie da, wie Schulz ausführt. Eine einheitliche Definition, was unter Sozialer Bibliotheksarbeit zu verstehen sei, existiere nicht.

Kaum nennenswert verschoben sich die Akzente über die Jahre in dem unübersichtlichen Feld. Zunächst war der Fokus gerichtet auf Menschen, die auf irgendeine Art und Weise benachteiligt schienen. Im damaligen Sprachgebrauch waren das zum BeispielGastarbeiter oder Behinderte.

Mit der Sozialen Bibliotheksarbeit sollten Leser erreicht werden, denen der Weg in eine Öffentliche Bibliothek anfangs versperrt war. Ferner zählten zur Zielgruppe alte Menschen, Analphabeten, Arbeitslose, Blinde, verhaltensanfällige Kinder oder Kranke. Die heutige Hinwendung zu den sogenannten besonderen Nutzergruppenumfasst Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund.

Soziale Bibliotheksarbeit liesse sich nach gängiger Auffassung gleich setzen mit Zugleichaufgaben, Mehraufwand und Aussendienst: Schulz zieht eine Parallele zur Bibliothek 2.0 wenn sie hervorhebt, dass die Bibliothek als Ort schon bei den Kollegen keine Rolle spielte, die sich vor Jahren als erste dorthin begaben, wo der Nutzer war oder zumindest vermutet wurde, nämlich in Wohnungen, Heimen, Gefängnissen oder Krankenhäusern. Benutzer der Öffentlichen Bibliothek ist abstrakt gesehen die Öffentlichkeit. Hier erscheint öffentlich in der Konnotion des Offenen, das heißt für jedermann frei Zugänglichen (S.52).

Eben hier liege auch eine Herausforderung: Im Gegensatz zu Unternehmen, die sich ihre Kunden nach entsprechend zu erwartenden Umsatzleistugen aussuchen können und in attraktive und unattraktive Kundensegmente separieren, muss die Öffentliche Bibliothek entweder alle Kunden gleichermaßen (und gleich gut) versorgen oder von ihrem Anspruch als Öffentliche Bibliothek Abstand nehmen.

Maßgeschneiderte Dienstleistungen

Die Marketingabteilungen vieler Unternehmen ächzen unter denselben Problemen wie Öffentliche Bibliotheken. Wie sieht der normale Kunde aus? Was ist heutzutage noch normal?

Wie können wir unser Produkt oder unsere Dienstleistung treffsicher an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen? Schulz kontastiert: Im Ergebnis gesellschaftlicher Trends stehen unter anderem neue Berufsfelder in der Informationsverarbeitung, neue Siedlungs- und Wohnungstrukturen, neue Haushalts- und Familienformen, d.h. insgesamt Pluralisierungs- und Individualisierungsprozesse, die zu neuen Lebenslagen und Lebenstilen geführt haben und weiterhin führen werden. Auch prägen heute Veränderungen der Altersstruktur und Generationsverhältnisse das moderne Gesesllschaftsbild der BRD (S. 56).

Das Ganze geschehe vor dem Hintergrund des sich wandelnden Sozialstaates.

Die Autorin arbeitet heraus, dass es keine besonderen Nutzergrupen und keine besonderen Bedürfnisse mehr gebe. Denn das Besondere sei mittlerweile das Normale. Das mache den Zuschnitt auf die Kunden schwierig. Die Erfordernisse der Sozialen Bibliotheksarbeit decken sich mit dem, was wir heute schlicht als optimierte Kundenorientierungbezeichnen. Nur ein Beispiel: Wegen der Barrierefreiheit der meisten Öffentlichen Bibliotheken haben Rollstuhlfahrer heute recht gute Nutzungsbedingungen erlangt. Sie sind auf die Soziale Bibliotheksarbeit nicht mehr angewiesen.

Manuela Schulz zieht Bilanz: Der Anspruch eine Bibliothek für alle wäre dann erfüllt, wenn ohne Unterschiede maßgeschneiderte Dienstleistungen für alle Mitglieder einer Gemeinschaft erbracht werden. In diesem Fall würde der Ansatz der Sozialen Bibliotheksarbeit obsolet. … Soziale Bibliotheksarbeit ist somit als eine Art Kompensationsinstrument zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Öffentlichen Bibliothekswesen zu verstehen (S.13).

Ringen um Anerkennung

Immer wieder streicht die Autorin die gesellschaftliche Bedeutung der Öffentlichen Bibliotheken heraus: Da die Bibliothek die Rezeption von öffentlich Geäußertem ermöglicht, lässt sich ihr eine Art Gelenkfunktion zur Gewährleistung der Wechselwirkung von Informations- und Meinungsfreiheit zuschreiben (S.53).

Schulz ruft in Erinnerung, dass bei der privaten Gründung der ersten Berliner Volksbibliotheken im Jahre 1850 die Forderung erklang, diese mögen bald in kommunale Trägerschaft überführt werden. Knapp 160 Jahr später ringen die Öffentlichen Bibliotheken um eine entscheidende Form der Anerkennung, die sich endlich in einem Gesetz niederschlägt. Trotz Thüringen ein Trauerspiel? Seit Jahrzehnten heißt es: Die Öffentliche Bibliothek, sie kann, ist auch ganz schön, aber muss nicht …

Schulz verweist an dieser Stelle auf einen gravierenden Widerspruch: Per Grundgesetz werde einerseits die Chancengleichheit aller Gesellschaftsmitglieder der Bundesrepublik propagiert. Gleichzeitig sei aber die Öffentliche Bibliothek noch immer einefreiwillige Aufgabe der Kommunen. Schlimmer noch: Mit Ausnahme Thüringens fehle für diese gesellschaftliche Institution sogar jede gesetzliche Verankerung und eine daraus abzuleitende Funktions- und Aufgabenbeschreibung (S.93).

Nichts für den Nachttisch

Es hätte wohl den Rahmen gesprengt, aber ein paar Beispiele aus der Praxis hätten das Buch sicherlich abgerundet: Welche Tendenzen und Aktivitäten, die sich unter Sozialer Bibliotheksarbeit subsumieren lassen, gibt es gegenwärtig noch)? Und welche Öffentliche Bibliotheken sind dabei aktiv?

Schulz ist auch Soziologin, was sich bisweilen im Sprachstil und in der Satzlänge ihres Textes niederschlägt. Für den Nachttisch ist das Buch nichts. Es gibt aber durchaus Impulse für das heutige Selbstverständnis einer Öffentlichen Bibliothek.

Nicht für jeden Leser wird es negativ ins Gewicht fallen, aber das Auge des Rezensenten stolperte regelmäßig, wenn die Autorin BRD schrieb. Diese Abkürzung war in Zeiten der deutschen Teilung in den alten Bundesländern verpönt, an vielen Schulen gar als Rechtschreibefehler gewertet. Denn in der DDR wurde von offizieller Seite BRD im Rahmen der Sprachlenkung eingesetzt, wenn vom Klassenfeind die Rede war. Die beiden deutschen Staaten sollten dergestalt gleichberechtigt nebeneinander stehen. Auch die terroristische Rote Armee Fraktion RAF sprach stets von BRD.

Verblaßt diese Bedeutungskomponente langsam und lässt sich die Abkürzung mittlerweile wertfrei einsetzen? Dafür ist es wohl zu früh und liegt eher in den Händen nachfolgender Generationen.

Martin Eichhorn 
BuB 62(2010) 01: 77-78

Aktuelles

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrum. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenes Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als die Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre vor der Perestroika Arbeit und Schutz fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentrale bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017 berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder, das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA- Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodische, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhalten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmten den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann die Informationsvermittlung zu erobern und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den neunziger Jahren.

Guten Tag haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.

Und dann kam Corona !!! und bürdete alle Fehler der Vergangenheit, fehlende Informationsarbeit etc. Familien, Frauen, Kindern und der ärmeren Bevölkerung auf.

Folgen noch unbekannt.

Nun diese Satire.

Eine altbacken scheinende Beschreibung eines

Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihn tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel. Sie wird auf eine neue Stelle in Brüssel berufen. Er wird ihr Nachfolger.

Wir wollen ihn nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. Die Diskussion über die Corona Krise zeigte deutlich, dass politisch das Potential der Bibliotheken nicht gesehen und eingesetzt wird.  Warum nicht? Versuchen wir es doch mit einer Satire:

Wir würden gerne Herrn Christer Hermansson zu einer Lesung/ Veranstaltung einladen und könnten einen Antrag auf Förderung der Reisekosten stellen. Wir brauchen einen Partner. Wer hat Interesse??? Angedachter Termin Ende Jan/Februar 2021.

Rufen Sie uns an unter 030-44739575 oder schicken Sie uns eine Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Kontakt: Telefonisch 030 44739675 oder per email: infoBitte melden unter 030 – 44739575 oder per email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auch postal an die Verlagsadressse. Interesse??? bitte melden sie sich beim Simon-Bw-Verlag Tel. 030-44739575 oder per Email: info@simon -bw.de oder per email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer ISBN 978-3-940862-03-7.Das Buch war hervorragend recherchiert, seht gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.       

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer bei der Digitalisierung, ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronankrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit hardware, wie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann weniger, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Corona Krise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen, Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich de facto in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen eine Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV Sendung von hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nützen, es sind digitale Verbraucher, die Amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht als Informationsquellen nutzen, die den fake News den Boden entziehen würden.

Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmawechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun neu bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  und wurde nicht nur von einem Teilnehmer des unten genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern? Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

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Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

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Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

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Fake- News: - Fehl Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals  belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet . Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl Falsch und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access. Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-Falsch und des Informationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontext  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern Die Zukunft der Informationswissenschaft, hat die Informationswissenschaft eine Zukunft ? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven, Forschungsfronten und Fragen an die Folgen der Digitalsierung sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung .Mit dem Sammelwerk  Die digitale  Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung sondern auch Museen und  Institutionen stehen  vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern  gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

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Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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