Das Deutsche Bibliotheksinstitut

Das Deutsche Bibliotheksinstitut

im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen
Helga Schwarz
Simon für Bibliothekswissen
2017
521 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-37-4
23.80
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Rezensionen

 Das Deutsche Bibliotheksiinsititut im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen.

http://b-u-b.de/dbi-promotion


A ALLGEMEINES AP INFORMATIONSWESEN; ARCHIVE, BIBLIOTHEKEN, MUSEEN

APB Bibliotheken; Bibliotheks- und Informationswesen

Deutschland

Deutsches Bibliotheksinstitut

17-4 Das Deutsche Bibliotheksinstitut : im Spannungsfeld von Auftrag und politischen Interessen / Helga Schwarz. - Berlin : Simon-Verlag für Bibliothekswissen, 2018 [ersch. 2017]. - 522 S. : Ill. ; 21 cm. - Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2017. — ISBN 978-3-945610-37-4 : EUR 23.80 [#5425]

Das Deutsche Bibliotheksinstitut (DBI) war eine gemeinsam von Bund und Ländern über die sogenannte Blaue Liste finanzierte Organisationseinheit mit Sitzland Berlin. Juristisch war es eine Anstalt öffentlichen Rechts, volkswirtschaftlich ließe es sich dem tertiären Sektor, also dem Dienstleistungssektor zurechnen. Seine gesetzlich definierte Aufgabe war die spartenübergreifende Erforschung, Entwicklung und Vermittlung bibliothekarischer Methoden und Techniken mit dem Ziel ihrer Analyse und ihrer normativen Einführung im deutschen Bibliothekswesen. Nach mehrjähriger (ab 1972) Vorüberlegung im Mai 1978 als Berliner Landeseinrichtung gegründet, Ende1978 seine Arbeit aufnehmend, war dem DBI nur eine kurze Lebensdauer beschieden, denn zwanzig Jahre später (1998) wird die weitere und bislang praktizierte Finanzierungsmöglichkeit auf Basis der Blauen Liste für die Zukunft verneint. Alle Initiativen, eine förderungspolitisch tragfähige Zwischen-und Nachfolgelösung zu etablieren, scheitern. Am 31.12.1999 stellt das DBI seine Arbeit ein. Es folgt (von 2000 bis 2003) das Ehemalige DBI, also das EDBI, dessen einzige Aufgabe es ist, sich organisatorisch, institutionell und personell selbst „besenrein“ (S. 366) abzuwickeln. Auch am EDBI gehen also die Lichter aus und zwar am 30. 6. 2003 am ‚Kutschi‘, dem wendebedingt nach Jahren räumlicher Trennung auf zwei Standorte endlich realisierten gemeinsamen, aber (Ironie der Geschichte!), erst kurz vor Toresschluß bezogenen und baulich arg desolaten Haus am Kurt-Schumacher-Damm.

Helga Schwarz (*1936) erzählt nun, fünfzehn Jahre nach der zumindest formal erfolgreich abgeschlossenen Liquidierung dieser vorgeblich erfolglosen Bibliothekseinrichtung, die Geschichte ihrer Zeugung, ihres Lebens und ihres Absterbens. Aber sie berichtet nicht nur von den Anfängen und Gründen ihrer organisatorischen Entstehung, ihren vielen Müttern und Vätern auf Berufs-, Verbands-, Länder- und Bundesebene, beschreibt nicht nur Aufgaben,Erfolge, Mißerfolge und Planungen zu Lebzeiten, begleitet endlich nicht nur detailliert den forcierten Sterbeprozeß, sondern sie wirft am Schluß auch noch auf die konkurrierenden, dem DBI folgenden Erben, auf die nie geborenen (IZB; BEA) und die noch lebenden (knb), einen historischen Blick. Primäre Grundlage ihrer Erzählung sind die zeitgenössischen, in den Archiven der staatlichen Stellen und Stiftungen Berlins sowie der vereinseigenen Bibliotheksverbände verwahrten Textquellen: Gesetze, Akten, Protokolle,Gutachten, Briefe, Empfehlungen, Notizen, Statements und Beschlußvorlagen. Hinzu kommen neben üblicher Sekundärliteratur sowie Ausdrucken aus Internet-Foren und E-Mails zahlreiche mündliche und schriftliche, von Schwarz paraphrasierend wiedergegebene Interviews mit Zeitzeugen. Es gibt darüber hinaus und ist bekannt, wird von Helga Schwarz auch nicht verschwiegen (S 11), soll aber vorerst auch nicht betont und (über)bewertet werden, die enge persönliche, biographisch und beruflich bedingte Nähe und das historische und wissenschaftliche, nun nach sechs Jahren der Forschung zur Promotion führende Interesse der Autorin am DBI. Helga Schwarz hatte siebzehn Jahre, genauer: von 1972 bis 1989, also schon seit ABT-Zeiten, ebendort und danach im DBI für die Zeitschriftendatenbank (ZDB) gearbeitet. Auch ihrer Verlegerin Elisabeth Simon ist die Thematik vertraut, war sie doch seit 1974 Geschäftsführerin in dem von der DBK auf das DBI übertragenen Sekretariat für Auslandsbeziehungen, kurz BA, Bibliothekarische Auslandsstelle, genannt. Aber nicht befangene Betroffenheit, sondern objektives Interesse („eine neutrale Position“, S. 11) und „eine fast ethnologische Vorgehensweise“ (S. 15), also ein Blick aus der Ferne auf das Fremde, seien für sie erkenntnisleitend gewesen. Es sind acht Eingangsfragen, die den Forschungsprozeß der Autorin begleiten und die schlußendlich allesamt auf die Beantwortung einer einfachen, einer einzigen Kernfrage zielen „Woran scheiterte das DBI?“ (S. 411). Allerdings gibt es, wie zu erwarten, diese eine einfache und einzige Antwort nicht. Es gibt statt dessen nach über 400 Seiten positivistischer Deskription und detaillierter Analyse acht Antworten (S. 411 - 417) und auch dann immer noch „offene Forschungsfragen“ (S. 425). Der zu Antworten führende und sich im Lektüreverlauf spiegelnde Forschungsgang entwickelt sich auf der Zeitschiene und gehorcht einer relativ strikten Chronologie, besteht aus zwei Teilen mit je fünf Kapiteln1 und führt über Aufbruch und Erwartung in ein Langsames Sterben. Im Anhang und als Anlage der übliche wissenschaftliche Apparat: Ein Literatur-, ein Abkürzungs-und ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel und die komprimierte Wiedergabe von neun, in 2011 mit Zeitzeugen geführten Gesprächen. Im Fokus stehen für die Autorin weniger agierende Personen und auch nicht inhaltliche Aufgaben als vielmehr das DBI als Institut und Institution. Der Rezensent liest diese Dissertation deshalb nicht primär als Bibliotheksgeschichte,nicht als Bildungs-, Kultur oder Wissenschaftsgeschichte, auch nicht als Politkrimi,2 sondern als die Geschichte einer marktfähigen, zwischen (Finanz-)Staat, (Bibliotheks-)Märkten und (Landes-)Politik angesiedelten Verwaltungsorganisation, die sich zwischen den konkurrierenden staatlichen Bürokratievorgaben (z.B. den Normrationalitäten der BerlinerRessorts für Finanzen, Kultur und/oder Wissenschaft) und den instabilenZweckrationalitäten eines inhaltlich auch seinerseits zwischen Bildung, Kultur und Wissenschaft, dazu geopolitisch zwischen Regionalisierung und Zentralisierung changierenden Marktes zu behaupten hat. Und dabei nicht  wie sonst und empirisch nachweisbar, dank eines zwar norm- und regelwidrigen, dafür aber funktionalen Dilettantismus überlebt, sondern im vorliegendenFalle ‚ausnahmsweise‘ und regelwidrig als „erfolgreich scheiternde“Einrichtung auch noch erfolglos untergeht. 

Der Untertitel vom Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen suggeriert eine binäre Konfliktlage, die sich durch bibliotheksaffine Inhalte (Auftrag) auf der einen und eine gegenläufige Finanz- und/oder Machtpolitik (Interessen) auf der anderen Seite konkretisieren ließe. Diese bipolare Sichtweise ist griffig, greift aber zu kurz. Das Spannungsfeld unserer nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlich im ‚Dritten Sektor‘ zwischen Markt und Staat ‚dilettantisch‘ agierende Organisation besitzt, so der Rezensent nach erster Lektüre, eine systemisch komplexere, von vielen sich widersprechenden, aber auch von korrespondierenden Partialinteressen durchsetzte Dimension. Helga Schwarz hat die Aktenberge in extenso gelesen und in extenso werden dem Leser die zum Teil ermüdend bürokratischen Inhalte wörtlich, zusammenfassend oder extemporierend nahegebracht. In endloser Folge marschieren Planungs-, Steuerungs-, Kontroll-, Parallel- und Konkurrenzorganisationen auf, werden Zeitabläufe rekonstruiert, Vorläufereinrichtungen integriert und Nachfolgeinstitute geplant, werden Reorganisationsprozesse zwar eingefordert oder gar selbst angestoßen, deren Ergebnisse dann aber binnenorganisatorisch sabotiert. Den vertikalen und horizontalen Beziehungenzwischen den beteiligten Personen, zwischen den vielen Organisationseinheiten und den divergierenden Ebenen fehlt so etwas wie eine  normative,regelgebundene Verbindlichkeit, es fehlt eine funktionale, zwischen Nutzern, Betreibern und Finanziers, zwischen planender ex-ante-Steuerung und auf Auftragserfüllung zielender ex-post-Kontrolle formal, förmlich und formell gültige Rationalität. 

(2 Doktorarbeit als Hobby : Helga Schwarz promoviert im hohen Alter über das Deutsche Bibliotheksinstitut / Caronline Dynybil. // In: Humboldt : die Zeitung der Alma Mater Berolinensis. - 61 (2016/17),6, S. 6. 3 Zur politischen Soziologie von Leistungs-, Planungs- und Kontrollversagen in zwischen Markt und Staat angesiedelten Organisationen (z.B. Bibliotheken) vgl. Funktionaler Dilettantismus : erfolgreich scheiternde Organisationen im "Dritten Sektor" zwischen Markt und Staat / Wolfgang Seibel. - 1. Aufl. - Baden-Baden : Nomos, 1992. - 347 S. : graph. Darst. - Zugl.: Kassel, Gesamthochsch., Habil.- Schr., 1988 u.d.T.: Seibel, Wolfgang: Der funktionale Dilettantismus. - ISBN 3- 7890-2465-1.)

Zur Illustration der organisationssoziologisch irritierenden Fülle an Fällen von Planungsinsuffizienz und Kontrollversagen schlägt der Rezensent vor, einen Blick auf die Entstehungsphase zu werfen: Denn zu der auf Initiative Berlins 1978 erfolgten Gründung des DBI gibt es eine Vorgeschichte. Sie beginnt schon 1972 mit dem auf politischer Ebene (KMK, FMK) angestoßenen Plan, ein zentrales Bibliotheksinstitut zu gründen, welches aus Rationalisierungsgründen die AfB, die schon seit 1958 bestehende, organisatorisch dem ÖB-Trägerverband DBV (Deutschen Büchereiverband)unterstellte Arbeitsstelle für Büchereiwesen (AfB), mit der ABT, der prekär und befristet finanzierten, seit 1970 als An-Institut für das wissenschaftliche Bibliothekswesen bei der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz angesiedelten Arbeitsstelle für Bibliothekstechnik (ABT) zu vereinigen,nachdem der Personalverband VDB, der für den Höheren Bibliotheksdienstzuständige Verein Deutscher Bibliothekare1973 beschlossenhatte, seine bisher von Fachkommissionen getragene Sacharbeit einem erweiterten und gemeinsamen, nun unter neuem Namen spartenübergreifend arbeitenden Deutschen Bibliotheksverband (DBV) zu übertragen.

Das schließlich 1978 gegründete DBI ist da organisationsgeschichtlich so etwas wie der Versuch einer Quadratur des Kreises: Schon die Planungen beginnen (deshalb?) nicht transparent und normrational, sondern „quasi als Geheimsache“ (S. 33). Schon in der Aufbauphase kollidieren die sachlichen Erwartungen der öffentlichen Auftraggeber (praxisnahe Dienstleistung oder wissenschaftliche Forschung?) mit den beruflichen Erwartungen der bibliothekarischen Kunden (mehr lokale ÖB-Nähe oder mehr überregionale WBOrientierung?,nur eine einzige zentrale oder dezidiert regionalisierte Verbund-Datenbankstrukturen?), aber auch mit den Erwartungen der Fachaufsicht (innovativ-schnelles Reaktionsvermögen, dies aber bitte nur im engenBürokratiekorsett). Am Beginn steht also „eine doppelte - oder man könnte auch sagen - zweideutige Aufgabenstellung“ (S. 46). Als „Schach-Poker-Spiel“, also gerade nicht als einen Prozeß norm- und zweckrationalen Handelns beschreibt der Ministeriale Axel Vulpius die damalige Organisationsgenese.4 Und Günter Beyersdorff, erster Direktor des DBI, seit 1975 schon Leiter der ABT und zugleich Geschäftsführer des DBV, ahnt, als er 1979 auf dem 69. Bibliothekartag in Berlin der Bibliotheksöffentlichkeit das junge DBI präsentierte, daß „hier schon bei der Gründung des DBI […] Konfliktmöglichkeiten fest installiert wurden“. Ja, in Institutionen des Dritten Sektors ist in der Tat deren Scheitern als funktionaler Dilettantismus ein eingeplantes Organisationsprinzip. Das wäre die Antwort des Rezensenten auf die vonder Autorin gestellten acht Eingangsfragen. Und diese zugegeben abstrakte,gewiß auch verkürzende Antwort hat ihn bei der Rezeption der vielen DBI-Vorhaben, Pläne, Erfolge und Ereignisse, die Helga Schwarz Revue passieren läßt, unterschwellig als heuristische Faustformel begleitet und beeinflußt. Symptomatisch für das dem DBI inhärente Organisationsdilemma ist z.B.auch die Raumfrage. Sie beginnt mit dem schwer erkämpften und erst 1981gefeierten Einzug in gemeinsame Räumlichkeiten (S. 70), setzt sich fort mit der dysfunktionalen, aber wendebedingten Aufteilung auf bis zu vier (!) Standorte (S. 323)5 und endet 1998 mit dem gemeinsamen Einzug in „(Wohn)Zimmern, die wohl nicht einmal mehr dem Standard der Sozialunterbringung […] genügen“ (S. 334). Symptomatisch auch die gesetzlich fixierte,also funktional gewollte schwache Stellung des Direktors gegenüber seinem eigenen Mittelbau und zugunsten eines mit „Machtfülle“ ausgestatteten Kuratoriums (S. 54, 56), die dann bei der zweiten Evaluierung im Nachhinein dem DBI (und nicht etwa seinen Kontrollinstanzen) als Struktur und Organisationsmangel angekreidet wird (S. 240). Und symptomatisch schließlich die intransparent-radikale, aber nicht rational kommunizierte Umkehrung bisheriger Bewertungskriterien in ihr Gegenteil. Und dies ausgerechnet durch die doch selbst ihrerseits professionell normativen Standards verpflichteten Bewertungskommissionen: Das in der ersten Evaluation als unzureichend monierte und dann in der Folgezeit positiv korrigierte Dienstleistungsniveau für den ÖB-Bereich (S. 129) wird im Zuge der zweiten Evaluation plötzlich zu einem nachrangigen Kriterium. Nun gilt umgekehrt,obwohl argumentativ und methodisch unsauber (Rückwirkungsverbot),nicht ÖB-, sondern WB-Orientierung, Forschungsniveau und wissenschaftliche Exzellenz als vorrangiger Bewertungsmaßstab. Diese jetzt zur Kernkompetenz hochstilisierte WB-Aufgabe aber werde vom DBI „nur unzureichend erfüllt“ (S. 249). Die Gesetze haben sich also stillschweigend (!) diametral geändert. Die Bewertungskriterien desgleichen. Das Urteil,6 ein „Todesurteil“ (S. 236), ist gefällt, das Schicksal des DBI besiegelt. Was rechtens war, ist falsch geworden. Man könne die Entwicklung des DBI „durchaus als Tragödie bezeichnen“, heißt es in der Bewertungskommission (S. 248). Ihr Schicksal ist in der Tat der Triumph einer strukturell und funktional im Dritten Sektor zwischen Staat und Markt angelegten Ungerechtigkeit, das jeweils Gute falsch und das jeweils Falsche gut zu machen (S. 414). Und genau dies ist es, was wir tragisch nennen. Dafür, daß sich Helga Schwarz der unendlichen Mühe unterzogen hat, diese lange und verwickelte Geschichte einer kleinen, zum Teil schon vergessenen Institution mit kurzer Lebensdauer auf vielen hundert Seiten aufzudröseln, gebührt ihr bibliotheksgeschichtlicher Dank. Ihren Ausführungen zu folgen, Namen, Daten, Strukturen, Interessen, Chronologien, Kommissionen, Gremien, Institutionen, Wortführer, Beschlüsse und Statements immer fallweise zu rekapitulieren und korrekt in den Kontext einzuordnen, fiel dem Rezensenten nicht immer leicht. Ihre Anlage Personenindex hätte dem Rezensenten helfen sollen. Aber ach, unser z.B. dort notierter Bremer Senator „Scherf [ohne seinen Vornamen Henning] Hamburg Finanzbehörde“ ist auf der verwiesenen S. 167 nicht zu finden. Die Zahlen im Personenindex führen gewiß irgendwohin, nur nicht auf die genannten Seiten. Auch das Literatur- und Quellenverzeichnis läßt Wünsche offen. Zu gern wüßten nachforschende Generationen zum Beispiel, an welchem Ort unter welcher Signatur zitierte, aber unveröffentlichte oder unselbständige Dokumente archiviert sind. Oder wo und wann in welchem Kontext die in Anlage 6 reproduzierten Grafiken veröffentlicht wurden. Und, aber damit genug der Mäkelei, das Abkürzungsverzeichnis kennt die KMK, aber nicht die FMK (S. 29), nicht das DIW (S. 216) und nicht das IZB (S. 345). Das hätte der promovierte Rezensent hoffentlich besser gemacht und dabei auf das Verlagslektorat vertraut. „Hätte“ sagt der Rezensent und gelangt dabei aus dem unbeteiligt neutralen, dem einem ethnologischen Blick angemessenen Modus des wirklich Gesehenen (des Indikativs) in den des spekulativen Konjunktivs. „Hätte es andere Lösungen gegeben“? fragt die Autorin zum Schluß (S. 418) ihrer Arbeit, aber auch vorher schon kursorisch im Verlaufe der Darstellung (z.B. S. 168, 215 - 217, 223, 225, 237, 281, 409 - 410). Und verläßt, wohl aus Gründen biographischen Miterlebens, in diesem Moment die Rolle des fernen, neutral registrierenden, objektiv analysierenden Ethnologen, um sich spekulativ auf Möglichkeitsformen einzulassen. Hätte ich unterlassen. Jürgen Babendreier Es sei dem Herausgeber von Informationsmittel (IFB) : digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft gestattet, einige persönliche Reminiszenzen an das DBI anzuschließen. Sein dienstlicher Kontakt reicht bis zur Vorgängerinstitution,der Arbeitsstelle für Bibliothekstechnik (ABT) zurück, und er erinnert sich noch genau an die Diskussionen in der südwestdeutschen Bibliotheksregion 1971,die zunächst unbedingt meinte, ein eigenes baden-württembergisches Zeitschriftenverzeichnis schaffen sollen, bis man sich dann eines Besseren besann und sich der im Aufbau befindlichen Zeitschriftendatenbank (ZDB) anschloß, deren Grundstock die Zeitschriften der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz und der südwestdeutschen Bibliotheksregion bilden. Auch war die Württembergische Landesbibliothek stets durch ihre Mitarbeiterin Ursula Hoffmann in der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer (AGDBT) vertreten, deren Vorsitz sie mehrere Jahre innehatte. Just eben erfährt man übrigens, daß „der neue Katalog der Zeitschriftendatenbank (ZDB) mit vielen weiteren Funktionen … verfügbar (ist)“: http://zdb-katalog.de und daß der alte OPAC im Frühjahr 2018 abgeschaltet wird. - Auch war der Herausgeber über viele Jahre in der Zeitungskommission des DBI aktiv, die sich nicht zuletzt für die adäquate Katalogisierung von Zeitungen in der ZDB engagiert hat. Daß die Empfehlungen dieser Kommission im Hinblick auf die Archivierung der Zeitungsoriginale heute vielfach mißachtet werden (in Württemberg sagt man: „was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern), füllt ihn nachträglich mit Groll. - Darüber hinaus waren das DBI bzw. das EDBI Verleger der Druckausgabe von Informationsmittel für Bibliotheken : IFB ; Besprechungsdienst und Berichte. - Berlin : EDBI. - 1 (1993) - 8 (2000). - ISSN 0944- 1867 sowie von Informationsmittel für Bibliotheken : IFB. Beiheft. - Berlin : DBI. - 1 (1994) - 9 (1999). - ISSN 0946-8781.7 Klaus Schreiber

QUELLE

Informationsmittel (IFB) : digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft 
http://www.informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/ 
http://www.informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/showfile.php?id=86077
Details zum Erscheinungsverlauf sowie zu den nachfolgen Titeln unter
http://zdbkatalog.de/list.xhtml?t=informationsmittel+f%C3%BCr+bibliotheken&key=tit [2017-10-

Aktuelles

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst 

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander. Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

  Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.

Warum gilt Aufklärung als fundamentalistisch? und weiter: Aufklärung und Freiheit sind Ideen, die an ihren Ansprüchen scheitern.

Hanna Arendt, der glühenden Verteidigerin der Freiheit Die Freiheit, frei zu sein, München 2018, hätten diese Aussprüche nicht gefallen, wohl aber eventuell den Wahlbeteiligten im Osten der deutschen Republik, die heute mit den immer deutlicher werdenden Brüchen zwischen Ost- und Westeuropa konfrontiert werden.


Der Tagesspiegel vom 30. Mai: „Das Gewand der Königin. Europa Regina zeichnet ab dem 16. Jahrhundert eine Westorientierung der Mächte“, die auch nach dem Abbau der festen Grenzen nach 1989 wieder zum Vorschein gekommen sind. Der Optimismus, mit dem die EU-Erweiterung begann, ist einer Grundskepsis gewichen, die nicht allein dem wirtschaftlichen und sozialen Bruch galt, der dieser Erweiterung folgte, sondern auch keine europäische Einigung unmittelbar einleitete. Liberalismus und Demokratie haben kein unmittelbares Erbe in den Staaten des ehemaligen Ostblocks und haben dem Demokratieüberdruss, dem Nationalismus und dem Aufkommen neuer Potentaten von Urban bis zur Pispartei in Polen den Boden bereitet. Aber nicht nur im Parteiengeflecht des ehemaligen Ostblocks schälen sich neue Machtpositionen heraus. Auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der EU können sich verändern und damit Erneuerungen in Administration und Gesellschaft notwendig machen. Peripherie und Zentrum stehen sich gegenüber und bieten gleichzeitig die Identität allen den Staaten an, die jetzt, und eventuell vorübergehend, oligarchische Strukturen bevorzugen und damit alle Staaten entlasten, die sich mit Freiheit und Verantwortung überfordert fühlen.


Dabei war der Kampf dieser Staaten um Freiheit und europäische Zugehörigkeit nicht trivial. Der Garten der zerbrochenen Statuen (ISBN 978-3-945610-40-4) zeichnet den erschütternden Weg, den die Zensur durch die Bildung des russischen Staates genommen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Buch in der Gegenwart eine Fortsetzung schreibt. Wege der Hoffnung (ISBN 978-3-945610 20-6) ist nicht nur die Lebensgeschichte eines litauischen Intellektuellen, der sein Glück in den USA gemacht hatte, es ist gleichzeitig eine Hommage an den unbekannten deutschen Soldaten, der einst die Familie aus dem brennenden Dresden rettete. Immer wieder scheint der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung diese Erzählungen zu leiten, aber gleichzeitig sind die Kräfte für den Aufbau einer Demokratie bzw. Liberalität nicht sichtbar. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Erholung und Beteiligung ist mit Händen zu greifen, es fehlt aber der Wille zur Teilhabe und Gestaltung jenseits der Schilderung der persönlichen Notlagen und Ängste.

Aufklärung war die Grundlage des preußischen Staates, als der versuchte, sich aus dem Geflecht eines Obrigkeitsstaates zu befreien. Dies ist ihm sehr spät, wenn überhaupt, gelungen. Deshalb sollte die Bundesrepublik schon aus dieser Tradition heraus, in ihrem Erbteil Verständnis für die autoritären Strukturen der europäischen Staaten an der Peripherie aufbringen, aber auch gleichzeitig alle Möglichkeiten mit entwickeln, die eine solche politische Zukunft verhindern.   

Mythos Lesen - Mythos Buch

Mythos Lesen - Mythos Buch

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www.nationaler-lesepakt.de, eine Zusammenarbeit der „Stiftung Lesen“ und dem „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, ist der Wochenzeitschrift Die ZEIT eine ganze Seite wert.

„Lesen- eine wahre Superkraft. Lesen eröffnet uns die Welt. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark. Das Ganze illustriert mit einem Jungen, verkleidet als Superman und somit passend für die Zielgruppe nicht nur der Eltern, sondern auch der „Jungen, die in der Gruppe der Nichtleser besonders zahlreich vertreten sind.“

Der Nationale Lesepakt wartet mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Preisen auf. Er liest sich wie das Who is Who aller Bücher- und Lesemenschen, die sich in diesem Land kraft ihres Amtes, ihrer Überzeugung und ihrer Ängste zusammengefunden haben, zu einem Zeitpunkt, da das geschriebene oder gedruckte Wort immer weiter an Resonanz verliert, um den Mythos Lesen und dem Buch die Stellung zu erhalten, die diese offensichtlich verlieren.

Der nationale Lesepakt ist die gebündelte Kraft eines ganzen Landes, dem Lesen die Superkraft zu bewahren bzw. möglichst zurückzugeben. Es ist nicht die erste Initiative für das Lesen. Als vor fast 50 Jahren die US-amerikanischen Wirtschaft in einer Untersuchung die Höhe der Mittel feststellte, die ihr durch die fehlende Lesefertigkeit ihres Personals in Handwerk und Betrieben verlorengingen, begann sie eine Kampagne, die an Umfang und Tiefe der jetzigen hier in Deutschland in nichts nachstand. Obwohl sie großzügig Mittel gerade in die kommunalen Bibliotheken spülte, war der Erfolg damals in den USA begrenzt. Steht dem deutschen Lesepakt jetzt ein vergleichbarer Misserfolg ins Haus?

Als vor fast zwanzig Jahren eine Untersuchung über den Einsatz digitaler Informationsmittel in der Lehre die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machte, dass die Lehre in analogen Bahnen verlief und die Studenten in dem Einsatz digitaler Informationen nicht geschult wurden und diese entsprechend auch nicht nutzten, wurden diese Studien weder gelesen noch in Handlungen umgesetzt. Auch wenn die heute Studierenden die Veranstaltungen mit dem Smartphone bzw. Tablet begleiten, so liest sich das gegenwärtig auf allen Kanälen geäußerte Bedauern über das digital rückständige Deutschland wie eine Abschrift dieser früheren Studien.

Die von Klaus Benesch vorgelegt Untersuchung über Buchkultur und Geisteswissenschaften im Informationszeitalter (Bielefeld 2021) nimmt einen anderen Standpunkt ein als die dem Lesepakt zugrunde liegenden Überlegungen. „Wie wir lesen“ versucht die Geschichte und Rahmenbedingungen, und damit den verschiedenen Ausprägungen dieser Kulturtechnik, auf den Grund zu gehen. Benesch fasst damit nicht nur Untersuchungen und Ergebnisse der früheren Jahre aus verschiedenen Institutionen und Kongressen zusammen, sondern gibt durch den Hinweis, dass die Krise des Buches bereits in der Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang nahm, als das Buch sich nicht nur einer elitär-gutbürgerlichen Gruppe öffnete, sondern immer mehr zum Allgemeingut „verkam“, dem Thema eine ganz neue inweis, Blickrichtung.

Mit der kurzen Erwähnung, dass gegenwärtig die Lesekultur der Jugend völlig andere geschult ist als vor Jahren, dass es also sein kann, dass wohl gelesen, aber anders und anderes gelesen wird, zeigt die Notwendigkeit zur Änderung der Blickrichtung.

Es kann ja sein, dass die Angebote, die heute gemacht werden, wohl eine leicht pessimistische Haltung gegenüber dieser Kulturtechnik verstärken, aber damit der Lesemotivation der Jugend nicht förderlich sind. Warum, fragt man sich, werden die Ergebnisse der Bundesligaspiele nicht nur gelesen, sondern auch im Gedächtnis verankert?

„Lauschen und Lesen“, deren Gedichte einer Veranstaltung einer kleinen Jazzgruppe dienten, zeigte, wie man Lesen und Hören oder Hören und Lesen an den Mann bringen kann. Es ist ein Umdenken gefragt, damit wieder gelesen wird oder besser noch, damit wir den richtigen Eingang zum Lesen wieder finden.

Aktuell ist Stille. Wir planen für die Zukunft

Die hoch angesiedelte Konferenz Digitale Wissenschaft (Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland 20.09.2010 in Köln, OPUS 4 | Digitale Wissenschaft - Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland (hbz-nrw.de) endete mit dem Schlusswort: „ … dass uns bei all den Diskussionen ... derzeit noch keine echte, d.h. virtuelle, Alternative zu einer Tagung eingefallen ist, kein Tool, keine Technik, die das gemeinsame Diskutieren und Erleben, die viel zitierten Gespräche in der Kaffeepause ersetzen kann …".

Bibliotheken haben sich relativ spät auf ihre Aufgabe als Zentrum der Kommune besonnen. Sie haben sich als Bücherschrank für jedermann, als Lernort und als Bildungseinrichtung definiert, ohne diesem Anspruch wie Karsten Schuldt nachwies, praktisch nachzukommen. Erst der in deutscher Übersetzung publizierte Aufruf von David Lankes, „Erwarten Sie mehr“, der ein lebhaftes Echo in der Kulturstiftung der Länder fand, wies der Bibliothek die Aufgabe zu, Mittelpunkt der Kommune zu sein. (s.a. „Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte“ unter Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte - Magazin 30 | Kulturstiftung des Bundes (kulturstiftung-des-bundes.de). Dabei wurde diese hier angesprochene Kommune weder rechtlich noch politisch eingegrenzt: Menschen, die sich nachbarschaftlich, mit einer Aufgabe, regional oder lokal, vernetzen wollen, sollten die Bibliothek als Zentrum ihrer Kommune ansehen. Mit dieser Aufgabe wurden auch die über die Entwicklung der letzten Jahrhunderte in den Bibliotheken getroffene Einteilung in Öffentliche oder Wissenschaftliche oder welche Unterschiede auch immer herausgestellt und gewünscht waren, in die zweite Reihe verwiesen.

„Im Schnittpunkt von Buchökonomie und Buchkultur stehen die Auswirkungen der Digitalisierung“, sagt die Professorin der Erlanger Buchwissenschaft Ursula Rautenberg. Es sieht aber zurzeit so aus, als ob dieser Schnittpunkt verloren zu gehen droht, weil die Angebote derzeit nur aus Digitalierungsvorhaben bestehen: mögen es Konferenzen und andere digitale Treffen, Fortbildungen oder Informationsangebote sein. Es war eine sehr mutige Entscheidung, die Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2021 abzusagen, weil, wie Oliver Zille es sehr klar ausdrückte, eine Messe eine Begegnung auf den verschiedenen Ebenen erfordert und dieses digital nicht möglich ist. Dem stimmen wir zu, obwohl uns diese Absage aus vielen Gründen sehr geschmerzt hat.

Was wird aus einer Buchwissenschaft ohne Buch?“ fragt die Erlanger Buchwissenschaft. Und wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorherrschaft des Digitalen, dem sehr oft die Aura des Modernen anhaftet, durch die Aufholjagd des Buches in kleinen Buchläden leichte Risse bekomme hat. Auf der Ebene des Politischen hat dies Sorge auslöst, wie die Gründung eines nationalen Lesepaktes (Lesen eröffnet uns die Zukunft. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark) zeigt. Dabei findet die Gründung dieser Stiftung ihr Pendant in Russland, getragen von ähnlichen Sorgen, dass die Beschäftigung mit einem Buch und einer Geschichte wohl andere Teile unseres Gehirns anspricht als eine permanente Beschäftigung mit elektronischen Nachrichten. Dies sagen wir hier auch angesichts einer permanenten pädagogischen Bedrohung der Kinder durch übermäßigen Fernsehgenuss bzw. Bildschirmkonsum in der Vergangenheit, der sich jetzt als erforderlich erweist.

Wie sehr Bücher zum guten analogen Leben beitragen können zeigen u.a. „Guten Tag - haben Sie Bücher“, dieses kleine Büchlein, das das Leben in der Stadtbücherei Marzahn nachgezeichnet hat, und sich als Bestseller erwies, wie auch die sanfte Satire „Ich bin ein Bibliothekar“ über einem Bibliothekar, der seinen Beruf als Partner des Lesers über alles liebt und aufgeben soll, zugunsten eines unnötigen Programms intellektueller Beschäftigung.

„Verantwortung für alle“ lauten jetzt schon die Forderungen, die auf tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen hinweisen, die uns das Abflauen der Epidemie und ein Ende der Stille bringen werden. Den Bibliotheken wird dabei eine große Verantwortung zufallen, die sie auch einfordern sollen. Mit dem Sammelwerk: „Bibliotheken.Wegweiser für die Zukunft. Projekte und Beispiele“ zeigen sie, dass sie das können, man muss sie nur lassen und fordern (erscheint im 2. Halbjahr 2021). 

Rainer Kappe

Kollege, Freund und Berater - RIP

Als das Deutsche Bibliotheksinstitut zu Begin des neuen Jahrhunderts unterging, versuchte Rainer Kappe in dem Chaos zu retten, was noch zur retten war und den vielen Kollegen wenigstens den Hauch einer Zukunft zu vermitteln. Er selbst erhielt eine gute Zukunft im Jüdischen Museum. Dort sahen wir uns wieder. Er war zusammen mit anderen Autor und Herausgeber für Das Tagebuch des Klaus Seckel. ISBN 978-3-940862-14-3. Er beriet den Simon Verlag für Bibliothekswissen während des schwierigen Beginns seiner Tätigkeit und illustrierte einige der neuen Publikationen.  Rainer Kappe begleitete uns über viele Jahre. Wir werden ihn nie vergessen.

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrums. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenem Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als bei der Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre Arbeit und Schutz vor der Perestroika fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.  

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentralen bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017, berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder - das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA-Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodisch, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhielten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmte den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann, die Informationsvermittlung zu erobern, und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik, durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den 90er Jahren.

Guten Tag - haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn, zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.



Und nun diese Satire.

Christer Hermansson: Ich bin ein BIBLIOTHEKAR!


Eine scheinbar altbackene Beschreibung eines Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihm tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc. unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel...

Wir wollen den Autor, Christer Hermansson, nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. - Wir suchen dafür Partner und Mitstreiter - Termin offen (Dank Corona).

Spannend verspricht das Gespräch zu den verpassten (oder politisch nicht gewollten?) Chancen für Bibliotheken während der Corona-geprägten Zeit zu werden.

 

Kontakt und Bestellungen:

Telefon: 030 44739675

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Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer, ISBN 978-3-940862-03-7. Das Buch war hervorragend recherchiert, sehr gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.    
   

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum, ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer, bei der Digitalisierung ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronakrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser einen Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit Hardware sowie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher Nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann wenig, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Coronakrise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona-Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen einer Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV-Sendung von Hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nutzen, es sind digitale Verbraucher, die amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht die Informationsquellen nutzen, die den fake news den Boden entziehen würden.


Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmenwechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun erneut bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  wurde nicht nur von einem Teilnehmer des oben genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa (wenn auch nur als Kredit), aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern?


Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

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Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

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Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

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Fake-News: Fehl-, Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten.

Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch- und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access.

Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-, Falsch- und Desinformationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontexts  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern in Die Zukunft der Informationswissenschaft - Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven und Forschungsfronten als Folgen der Digitalisierung. Dies sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung.

Mit dem Sammelwerk Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung, sondern auch Museen und  Institutionen stehen vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nicht nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

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Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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