Was uns bewegte

Am Volkstrauertag, am Sonntag den 19. November wollte der Simon Verlag für Bibliothekswissen der Toten gedenken und stellte Zeitzeugen vor, die noch heute unser Leben beeinflussen. Das Tagebuch des Klaus Seckel ist Erinnerung, Trauer und Mahnung nicht nur als Opfer sondern auch als Mitglied der Familie Seckel. Wir haben deshalb mit tiefer Freude Michael Seckel und seine Schwester Elisabeth, Großneffe und Großnichte des Klaus Seckel bei dieser Veranstaltung begrüßt. Was für eine wunderbare Begegnung. Michael Seckel schrieb uns jetzt, nachdem er nach Paris zurückgekehrt war: Jetzt fühlen wir uns beruhigt. Das verwüstete Schicksal von Klaus hat eine tiefe Wunde in der verheerenden Geschichte unserer Familie hinterlassen. Dank Ihrer Arbeit und Großzügigkeit konnten wir unsere moralischen Verpflichtungen gegenüber unserem verschwundenen und vergessen Onkel befrieden. Sehr vielen Dank an Sie alle. Danke auch im Namen von Klaus. Das furchtbare Opfer eines hinreißenden Kindes fand jetzt nach 70 Jahren ein versöhnliches Ende und stiftete eine neue Freundschaft.

(Konferenz am 22. Und 23.Oktober 2012 im Jüdischen Museum Berlin)

Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe, so nannte sich diese Konferenz im Jüdischen Museum Berlin. Der Initiator Paul Klimpel (iRights) und der Geschäftsführende Direktor des Museums Börries v. Notz brachten nationale und internationale Experten zu einer Bestandsaufnahme zusammen.

Bibliotheken, Archive und Museen sind nicht nur Gedächtnisinstitutionen, welche Sammlungen von Dokumenten und Gegenständen, Publikationen oder Objekte bereitstellen und der Öffentlichkeit zugänglich machen oder präsentieren. In der alten ‚analogen Welt’ gab es dazu relativ wenig Probleme. Heute müssen sich Sammlungen aber einer sich permanent weiter entwickelnden Welt der Digitalisierung stellen, um nicht an Einfluss und Bedeutung zu verlieren.

"Polnisch Blut" hieß ein Unterhaltungsroman Ende des 19. Jahrhunderts, ein Bestseller und viel gelesene Geschichte um Adelsgesellschaft und nationalen Stolz von N. Eschstruth. Der Simon Verlag für Bibliothekswissen will diesen Roman neu herausgeben und sucht Kommentare, die die Erzählung aus der heutigen Sicht bewerten. Wir glauben, dass dies das deutsch-polnische Verhältnis und Verständnis besser beleuchten kann, als manche wissenschaftliche Untersuchung. Machen Sie mit!

Mit diesem Motto einer Sonderbriefmarke feiert die Deutsche Nationalbibliothek den 100. Geburtstag und ihre Ziele für die kommende Zeit sind: Eigenverantwortung ist besser als Funkstelle und starre Bürozeiten und Wissen ist besser als Angst vor dem vermeintlich Unbekannten. Wir möchten die digitale Spaltung zwischen Digitalen Outsidern und Digital natives schließen und nicht vergrößern (aus Pushdienstnews, Password online) Wie richtig! aber geht man davon aus, dass alle Digital Natives auch die elektronische Welt beherrschen? Die jüngste Initiative der so hoch angesehenen Stiftung Lesen lehrt uns, dass dies nicht der Fall ist. Sie hat sich zur Verbreitung der Lesekompetenz, auch der sogenannten bildungsfernen Schichten, mit dem Konzern MacDonalds zusammen geschlossen, sehr zum Ärger vieler Eltern. Ohne Lesen, kein Netzgebrauch, im Gegenteil es gehört Wissen und Informationen dazu, das Netz richtig zu gebrauchen. Auch googeln ist nicht innovativer Umgang mit Informationen, auch wenn es immer noch Bibliothekare geben soll, die nur googeln und oft darin schlechter als ihre Leser (siehe auch dazu Rainer Strzolka: Das Internet als Weltbibliothek, ISBN 978-3-940862-17-4) Diese Generation stirbt aus. Aber sind die Digital nativeskeine Digital Outsider mehr?

15. internationaler Kongress der Gesellschaft für Musikforschung 
Göttingen, 4.-8. September 2012

Der Kongress der Gesellschaft für Musikforschung fand zusammen mit der Conference on Interdisciplinary Musicology vom 4.-8. September in Göttingen statt. Er war ausgezeichnet vorbereitet: ein Heft der Abstrakts und Programmpunkte von 230 Seiten informierte nicht nur über die Veranstaltungen sondern mit Anzeigen und Bildern über den Stand der Musikwissenschaft heute. Das gleiche geschah durch die Ausstellungen der Verlage, wobei die historische Musikwissenschaft überwog. Das große, neue dreibändige Werk über Bach wurde herausgestellt sowie wie die Gesamtausgabe der Werke des Tanzmeisters von Ludwig IV, Lully.

Ein Erlebnisbericht

Gigant ohne Geist nennt Die Zeit vom 24 August 2012, Nr. 35 ihr Feuilleton und weiter: Der Konzern macht mittlerweile selber Bücher – nicht nur elektronische, sondern auch gedruckte. Damit greift Amazon das alte System Verlag, Buchhändler frontal an. Der Buchkultur, wie wir sie kennen, droht der Kollaps.

Das ist dramatisch. Es lohnt aber, sich in einem kleinen Rückblick zu vergegenwärtigen, warum Amazon zu der Monopolstellung kam, die er als Lieferant schon lange von Büchern hat.

Als Walter Hofmann dabei half, Leipzig zur fortschrittlichen Stadt der Öffentlichen Bibliotheken zu entwickeln, hatte er die Bildung des „gemeinen Volkes“ im Sinn. Er löste damit den Richtungsstreit über die Rolle der Bibliotheken aus, gezielte Bildung für die Armen oder Demokratisierungsinstrument, dem in den 60er Jahren definierten Bücherschrank für alle. (Paul Ladewig: Katechismus der Bücherei, kommentiert von Ronald Kaiser, ISBN 978-3-940862-28-0)

Diese Debatte fand nicht nur in Deutschland statt; auch in Frankreich und in Großbritannien wurden öffentliche Bibliotheken als Bildungseinrichtungen für verelendete Massen und Barriere gegen Alkoholismus angesehen (A. Ball: The Public Libraries of Greater London, 1856-1914, 1977). Die heißen Kämpfe von damals um die Einführung einer Bibliothekssteuer gingen auch um die Frage: Unnötige soziale Wohltat oder Investition in die Bildung?

Man spricht nicht darüber – nur ab und zu geistert eine Nachricht durch die Zeitung, dass die Zahl der Erkrankten hoch ist und steigt – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist die medizinische Versorgung besser geworden und sichert ein Überleben. Aber die erkrankten Frauen stehen einer schrecklichen Situation gegenüber – wie sage ich es meiner Familie – werde ich überleben – wird mein Partner zu mir stehen in einer Situation, die ja auch für diesen nicht einfach ist? Von großem Aufsehen und Werbung unbemerkt haben sich Selbsthilfe- und Erfahrungsgruppen gebildet, die den Frauen eine Plattform zum Austausch ihrer Erfahrungen geben und die sind manchmal erschütternd. Diese Möglichkeiten werden genutzt. Sie sind wichtig, damit die Frauen wieder Mut zum Leben fassen. Dahinein passte das Buch von Renate Zimmermann Platzverweis für eine Erbse mit einem Vorwort von Jochen Laabs (ISBN 978-3-940862-25-9), das sie auch am 8. Mai im Brustzentrum Köpenick der DRK Klinik an der Salvador Allende Straße vorgestellt hat.

Der Simon Verlag ist glücklich, den Internetauftritt seines ältesten Autors Paul Ladewig (1858 – 1940) nun endgültig zu gestalten. Das Essener Stadtarchiv stellte auf Bitten das Photo zu Verfügung, das den alten Herren im damaligen Outfit zeigt. Ein Blick in seine Augen übermittelt, dass wir es hier mit einem Menschen- und besonders Bibliotheksfreund zu tun haben. In Katechismus der Bücherei ( ISBN 978-3-940862-28-0) setzten sich Heinz Buchmüller und Ronald Kaiser mit seinen Thesen auseinander, die so zeitgemäß sind, dass es einem graust. Man möchte sie manchem Entscheidungsträger – auf kommunaler oder nationaler Ebene – um die Ohren hauen, die meinen mit Worten alleine ließe sich Bildung für alle verwirklichen und die auf der anderen Seite durch verantwortungslose Vorgaben Bibliotheken ihrer Aufgaben berauben (Strzolka:Handbuch der Kulturzerstörung oder wie man aus einer Bibliothek eine Wüstenei macht (ISBN 978-3-940862-17-4)). Dabei haben genügend Stimmen auf die Bibliotheken als Bildungs- und Machtfaktor der modernen Gesellschaft (Umstätter: Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum (ISBN 978-940862-13-6)) oder Hilfe im Integrationsprozess hingewiesen: Maria Kabo: Die Bibliothek als Integrationsfaktor. Bibliotheksdienste für Migranten und Nutzer mit Migrationshintergrund (ISBN 978-3-940862-09-9). Auch Wolfgang Kaiser mit Diversity Management (ISBN 978-3-940862-02-0) zeigte, dass Migranten und Ausländer nicht nur Nutzer der Bibliotheken sind, sondern auch ihre Vorstellungen beim Management einbringen sollten. Dies scheint sich langsam bei der Polizei durchzusetzen, in Bibliotheken weniger! Dabei wissen wir alle, dass Informationskompetenz früh eingeübt werden muss und zwar mit allen Medien und auf kurzweilige Art schon bei unseren Kleinsten: Die Jagd nach dem Buchstädter Bibliotheksmarder (ISBN 978-3-940862-16-7). Da liegt das Geheimnis zukünftiger Innnovation und ökonomischem Erfolg, nicht aus leisen Drohungen einer kommenden chinesischen Konkurrenz!

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Haben Sie schon das Vergnügen gehabt, die nubische Leiermusik zu hören? Und das mit einem Glas Wein und einer Teigtasche nach afrikanischer Rezeptur? Die Besucher des Afrika-Hauses, in dem am Freitag, dem 13. April, unser Buch kisir und tanbūra präsentiert wurde, konnten das alles erleben!

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Did you already have the pleasure to listen to the Nubian lyre music? When drinking wine and eating African dumplings? The visitors of the AFRIKA-HAUS could experience that where the book kisir and tanbūra was presented on Friday 13th of April 2012.

From 19 p.m. on one could already observe how the guests arrived bit by bit and sat down calmly on the couches, in happy expectation of the coming hearing experience which was organized in cooperation by Simon publishing company for library knowledge and AFRIKA-HAUS Berlin. Right at the doors of the house the guests were welcomed by the host Dialo and the publishing company owner and organizer of the evening Mrs. Elisabeth Simon. About 20 o'clock the hall was already packed up to the last seat.

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А Вы уже имели удовольствие наслаждаться нубийской музыкой на лире? Попивая при этом красное вино и пробуя местное блюдо – "вареники", приготовленные по африканскому рецепту? Посетители Африканского дома, в котором в прошлую пятницу, 13го апреля, состоялась презентация нашей книги kisir und tanbūra, могли это всё услышать и попробовать!

Уже в 19 часов можно было наблюдать прибывающих гостей. В радостном ожидании от предстоящего вечера, организованного книжным издательством Симон (Simon Verlag für Bibliothekwissen) в сотрудничестве с Африканским домом (Afrika-Haus), гости занимали места в зале. У дверей их встречали хозяин помещения г-н Диало (Dialo) и владелица издательства, по совместительству и организатор вечера г-жа Симон (Simon). В 20 часов зал был уже полон.

Seit dem 1. März 2011 ist das Fachrepositorium OstDok (Osteuropa-Dokumente online, www.ostdok.de) in einer Beta-Version im Internet frei zugänglich. OstDok ist die zentrale Bereitstellungs- und Publikationsplattform für die deutschsprachige Osteuropaforschung und bietet freien Zugriff (open access) auf aktuell über 1.500 wissenschaftliche Werke. Diese können im »Volltext« durchsucht werden, also in den zugehörigen Beschreibungsdaten und im Text selbst. Nutzer gelangen dadurch mit wenigen Mausklicken direkt und sehr viel schneller als auf konventionellem Wege an einschlägige Informationen. Sie können zudem die große Bandbreite von Vorteilen in der Verarbeitung elektronischer Publikationen nutzen. Sämtliche Materialien sind auf wissenschaftliche Relevanz geprüft und bibliothekarisch erschlossen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt zunächst auf Textveröffentlichungen in westlichen und osteuropäischen Sprachen des 20. und 21. Jahrhunderts zu den Ländern Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas. Typische OstDok-Materialien sind retrokonvertierte, originär oder parallel elektronisch publizierte Dokumente.

Od 1 marca 2011 r. OstDok (Europa Wschodnia – dokumenty online, www.ostdok.de) jest dostępny w wersji Beta w internecie. To centralna platforma publikacyjna dla niemieckojęzycznego badania nad Europą Wschodnią, która oferuje dostęp do aktualnie ponad 1500 naukowych dzieł. Użytkownicy mają możliwość za pomocą kilku kliknięć osiągnąć istotne informacje szybciej niż konwencjonalną metodą. Ponadto mogą oni korzystać z wielkiego spektrum zalet w przetwarzaniu elektronicznych publikacji. Wszystkie materiały są wartościowe pod względem naukowym i bibliotekarskim. Punkt ciężkości dotyczy publikacji tekstów w zachodnich i wschodnioeuropejskich językach 20. i 21. wieku z krajów Wschodniej, Środkowo-Wschodniej i Południowej Europy.

H-Soz-u-Kult und Clio-online veranstalteten gemeinsam mit dem L.I.S.A Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung vom 14. bis 15. September an der Humboldt Universität, Berlin die Tagung .hist2011 – Geschichte im digitalen Wandel.

Schon früh haben Bibliothekare und Informationswissenschaftler (Walter Umstätter Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum. Bibliotheken als Bildungs- und Machtfaktor der modernen Gesellschaft) auf die sich schnell ändernde Informationsstruktur wissenschaftlichen Forschens hingewiesen. Mit Web.2.0 oder Library 2.0 ändert sich nicht nur die Infrastruktur sondern die Wissenskommunikation dramatisch und damit der Wissenschaftler selber und das Konzept seines Forschungsgebietes (Ben Kaden, Library 2.0 und Wissenschaftskommunikation) Eine virtuelle Forschungsumgebung ist nicht nur eine technische Neuerung sondern auch ein soziales Phänomen. Die sozialen Netze sprechen Öffentlichkeit in einer Weise an, die vorher nicht erfahrbar war. Der Nutzer, auch der nicht wissenschaftliche oder der Laie wird integriert, wie es in den vergangenen Jahren nicht denkbar war. Dafür ist Wikipedia und seine große community das beste Beispiel. Wikipedia hat sich von einem wissenschaftlich oft verächtlich charakterisierten Schmuddelkind zu einer Enzyklopädie gewandelt, die täglich von allen und jedem genutzt wird. Mittlerweile gibt es auch eine Redaktion, die versucht, die schlimmsten Fehler zu unterbinden, die noch 2008 vor den Gefahren einer kritiklosen Nutzung dieses Werkes warnten (Rainer Strzolka, Das Internet als Weltbibliothek. Suchmaschinen und ihre Bedeutung für den Wissenserwerb).

Historyczna sieć H-Soz-u-Kult i Clio-online zorganizowały wspólnie z L.I.S.A. portal naukowy fundacji Gerdy Henkel od 14 do 15 września przy Uniwersytecie Humboldta w Berlinie, konferencja .hist2011 – Geschichte im digitalen Wandel.

Już wcześniej bibliotekarze i naukowcy zajmujący się informacją naukową (Walter Umstätter, Między nadmiarem informacji i wzrostem wiedzy. Biblioteki jako czynnik kształcenia i czynnik władzy nowoczesnego społeczeństwa, Berlin 2009, ISBN 978-3-940862-13-6) wskazywali na szybko zmieniającą się strukturę informacji naukowego badania. Z Web 2.0. lub Library 2.0 zmienia się dramatycznie nie tylko infrastruktura, lecz także wymiana wiedzy, a tym samym sam naukowiec i koncept jego obszaru badań (Ben Kaden, Library 2.0 i wymiana naukowa, Berlin 2009 ISBN 978-3-940862-12-9). Wirtualny obszar badań naukowych nie jest tylko techniczną innowacją, lecz również socjalnym fenomenem. Socjalne sieci przemawiają do opinii publicznej w taki sposób, jaki przedtem nie był możliwy, również do osób nie będących naukowcami, co w minionych latach było nie do pomyślenia. Najlepszym przykładem na to jest Wikipedia. Wikipedia przekształciła się z naukowo bezwartościowej pozycji w prawdziwą encyklopedię, która każdego dnia jest wykorzystywana przez użytkowników sieci. Istnieją także osoby, które są odpowiedzialne za eliminowanie błędów w Wikipedii. (Rainer Strzolka, Internet jako światowa biblioteka, wyszukiwarki i ich znaczenie dla pozyskiwania wiedzy, Berlin 2008, ISBN 978-3-940862-00-6).

»Vorlesen reicht nicht – Planlosigkeit bestimmt die Arbeit in Kindergärten. Gerade für die Sprachförderung der Jüngsten fehlen gute Konzepte« schreibt Rose Götte in DIE ZEIT vom 11. August 2011. Sie ist Autorin des Buches Sprache und Spiel im Kindergarten und war von 1994 bis 2001 Familienministerin in Rheinland Pflalz. Sprache ist der Schlüssel zu guten schulischen Leistungen, zu besseren beruflichen Chancen und, wie man nach zu langer Zeit herausgefunden hat, zur Integration. Seitdem wird die sprachliche Entwicklung, z.B. in den kommunalen Kindergärten Berlins bürokratisch genau beoabachtet und bewacht. Das mag man für sinnvoll halten oder nicht, es hat die Aufmerksamkeit der Politiker und der Bevölkerung auf die frühkindliche Erziehung gelenkt, deren Bedeutung der Wissenschaft in Pädagogik und Psychologie auf breiter Basis eigentlich seit den 60erJahren des letzten Jahrhunderts bekannt war.

Die Zukunft hat schon begonnen, schrieb Robert Jungk in seinem vor 60 Jahren erschienen, viel beachteten Bestseller, als nukleare Katastrophen gerade den Zweiten Weltkrieg beendet hatten und seitdem die Welt bedrohen, wenn auch in anderen Formen als R. Jungk es zu dieser Zeit prognostiziert hatte.

Wagemutig hatten sich die Bibliotheken und besonders ihre Bibliothekare das Motto Bibliotheken für die Zukunft und Zukunft für die Bibliotheken für ihren 100. Deutschen Bibliothekartag gewählt. Die Vergangenheit einer 100 jährigen Berufsgeschichte sollte einer Entwicklung entgegen gestellt werden, die vergleichbar der von Robert Jungk definierten Zukunft Gewissheiten zerstören und neue Strukturen aufbauen wird, deren Umrisse zwar sichtbar sind, aber deren endgültige Formulierung noch aussteht.

Unter diesem Titel stand die 40. ABDOS Tagung in der Zentralen Wirtschaftswissenschaftlichen Bibliothek (Central Economic Library) in Ljubljana, Slovenien.

ABDOS, der etwas sperrige Name für Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südeuropaforschung e.V. Südosteuropa- Gesellschaft, München und ASO Ljubljana widmete die diesjährige Tagung der Integration.

Integration – dieses oft schwammig definierte Schlagwort in der Diskussion um Einwanderer und Ausländer, meist aus arabischen Ländern, fand in dieser Tagung eine europäische Basis.

Ein Ausdruck, der seit ca. 30 Jahren in der musikalischen Diskussion seinen Platz fand, nachdem in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein große Veranstaltungsreihe in Berlin in außereuropäische Musik und deren verschiedensten Formen einführte, verbunden mit experimenteller Musik zum Beispiel der Unterwassermusik und dem Einsatz fremder Instrumente, zum Beispiel tibetanischer Trompeten. Weltmusik begann die Ränge der Folklore zu verlassen und die der Konzertmusik zu erobern. Die Äußerungen von Hans Joachim Hespos in dem Interview mit Tobias Reiser (Höre Hespos, Simon Verlag für Bibliothekswissen, 2011, mit CD ISBN 978-3-940862-23-5) belegen die unstillbare Neugier dieses hochkreativen und modernen Komponisten auf Weltmusik und lebenslanges Experimentieren mit neuen Instrumenten und neuen Klängen. Er setzt damit eine lange Tradition fort, neben Albert Schweitzer war Bela Bartok ein eifriger Sammler der sogenannten Volksmusik und Ligeti hat Weltklänge, auch aus Afrika in seinen Kompositionen verarbeitet.

Zu dem Arbeistgespräch Das Ende der Bibliothek hatte das Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien mit seiner Forschungsbibliothek (seltene und wertvolle Bestände zur Reformation und frühen geographischen Drucken) eingeladen. Wenn man erwartet (oder auch befürchtet) hatte, mit einer weiteren Schilderung umfassender Digitalisierungsvorhaben und dem Ende der Bibliothek als Ort der Forschung, der Begegnung (auch international) der kommunalen und der interdispziplinären Arbeit eingeladen worden zu sein, hatte sich getäuscht. Schon die Einführung von Uwe Jochum, UB, Konstanz, der zusammen mit Arnim Schlechter, Pfälzische Landesbibliothek die Konferenz organisiert hatte, wies auf die Gefahren der informationstheoretischen Wende vor 40 Jahren hin, die mit der Digitalisierung letztendlich auf eine bibliothekarische Monokultur zusteuert. Der damit verbundene Kulturbruch vernachläßigt die mediale Frage, die zu einer Entmaterilisierung der Bibliotheken führte, aber den Bedürfnissen der Menschen diametral entgegen läuft. Alle neue sozialen Entwicklungen im Internet wie facebook und library 2.0 beruhen auf dem Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft, die durch die Bibliothek als Ort befriedigt werden könnte. Dieser Faden wurde plastisch und wunderbar einprägsam von Hans-Christoph Hobohm aufgenommen, der an Hand von Schlagworten wie Mythos, Zeit, Schrift Bibliotheksbauten zeigte, die diese die Bibliotheken betreffende Schlagworte visualisierten.

Menschen wollen wissen, nannte der BID seinen 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek, dem sich die Leipziger Büchermesse, dieses große Bücherfest, das Jahr für Jahr mehr Besucher anzieht, anschloss.

Auch wenn der Kongress der Bibliothekare sich unter das Motto, Bibliotheken im 21. Jahrhundert: international, interkulturell, interaktiv vorstellte, so war doch der alte Gegensatz zwischen der modernen Information und ihrer Vermittlung in den verschiedenen Formaten auf der einen Seite und dem guten alten Buch untergründig zu spüren und dieses besonders deutlich in dem zunehmenden Verlust des Wortes Bibliothek (in den USA dagegen erlebt das Wort library seit Jahren eine Renaissance) und den verschiedenen department of information (Hamburg!) und ihren Programmen.

Musiktransfer nannte sich die diesjährige Tagung des Nationalkomitees des ICTM (International Council for Traditional Music) am 12. und 13. Februar 2010 im tief verschneiten Halle, das wirkungsvoll mit den Video und Musikaufnahmen aus tropischen Ländern kontrastierte.

Nach dem Sturz der kommunistischen Mauer des sowjetischen Großreiches- und gleichsam als Zeichen dafür, dass der Nationalismus nicht tot ist, sondern sich eine friedliche neue Basis in Touristenwerbung und Gastfreundschaft sucht, rücken Länder in das Bewusstsein, die man vorher kaum kannte oder von denen man nur vage gehört hatte.

From November 15th till 20th

"You should know that New Music, such Music to which we are listening in the moment was in the previous Soviet Union not known and was not presented," told a Russian visitor a German one who were visiting the last performances of the 20th music festival for New Music at St. Petersburg.

Being asked if he were a music student or a student of musical science he answered no, he was a theologian and surprised the German visitor with his precise knowledge of modern church music in Germany. For a long time in Germany the church was the only institution who gave the new Music besides some publicly sponsored programs a stage for performances.

– 2. Berlin-Brandenburgischer Schulbibliothekstag 

am 28. November 2009 in der Fachhochschule Potsdam

Schulbibliotheken – keine Entwicklung in Deutschland?

Frühkindliche Erziehung – Lesen lernen – Sprachentwicklung – Bildung, Bildung, Bildung am besten vom zweiten Lebensjahr an! Dies beherrscht gegenwärtig die soziale und politische Diskussion, Forderungen der Lehrer, Erzieher und Eltern! Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wird beschworen, der Kampf um die besten Köpfe, Intelligenz und Fachkompetenz als Ressourcen für ein Rohstoff armes Land.

Aktuelles

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst 

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander. Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

  Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.

Warum gilt Aufklärung als fundamentalistisch? und weiter: Aufklärung und Freiheit sind Ideen, die an ihren Ansprüchen scheitern.

Hanna Arendt, der glühenden Verteidigerin der Freiheit Die Freiheit, frei zu sein, München 2018, hätten diese Aussprüche nicht gefallen, wohl aber eventuell den Wahlbeteiligten im Osten der deutschen Republik, die heute mit den immer deutlicher werdenden Brüchen zwischen Ost- und Westeuropa konfrontiert werden.


Der Tagesspiegel vom 30. Mai: „Das Gewand der Königin. Europa Regina zeichnet ab dem 16. Jahrhundert eine Westorientierung der Mächte“, die auch nach dem Abbau der festen Grenzen nach 1989 wieder zum Vorschein gekommen sind. Der Optimismus, mit dem die EU-Erweiterung begann, ist einer Grundskepsis gewichen, die nicht allein dem wirtschaftlichen und sozialen Bruch galt, der dieser Erweiterung folgte, sondern auch keine europäische Einigung unmittelbar einleitete. Liberalismus und Demokratie haben kein unmittelbares Erbe in den Staaten des ehemaligen Ostblocks und haben dem Demokratieüberdruss, dem Nationalismus und dem Aufkommen neuer Potentaten von Urban bis zur Pispartei in Polen den Boden bereitet. Aber nicht nur im Parteiengeflecht des ehemaligen Ostblocks schälen sich neue Machtpositionen heraus. Auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der EU können sich verändern und damit Erneuerungen in Administration und Gesellschaft notwendig machen. Peripherie und Zentrum stehen sich gegenüber und bieten gleichzeitig die Identität allen den Staaten an, die jetzt, und eventuell vorübergehend, oligarchische Strukturen bevorzugen und damit alle Staaten entlasten, die sich mit Freiheit und Verantwortung überfordert fühlen.


Dabei war der Kampf dieser Staaten um Freiheit und europäische Zugehörigkeit nicht trivial. Der Garten der zerbrochenen Statuen (ISBN 978-3-945610-40-4) zeichnet den erschütternden Weg, den die Zensur durch die Bildung des russischen Staates genommen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Buch in der Gegenwart eine Fortsetzung schreibt. Wege der Hoffnung (ISBN 978-3-945610 20-6) ist nicht nur die Lebensgeschichte eines litauischen Intellektuellen, der sein Glück in den USA gemacht hatte, es ist gleichzeitig eine Hommage an den unbekannten deutschen Soldaten, der einst die Familie aus dem brennenden Dresden rettete. Immer wieder scheint der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung diese Erzählungen zu leiten, aber gleichzeitig sind die Kräfte für den Aufbau einer Demokratie bzw. Liberalität nicht sichtbar. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Erholung und Beteiligung ist mit Händen zu greifen, es fehlt aber der Wille zur Teilhabe und Gestaltung jenseits der Schilderung der persönlichen Notlagen und Ängste.

Aufklärung war die Grundlage des preußischen Staates, als der versuchte, sich aus dem Geflecht eines Obrigkeitsstaates zu befreien. Dies ist ihm sehr spät, wenn überhaupt, gelungen. Deshalb sollte die Bundesrepublik schon aus dieser Tradition heraus, in ihrem Erbteil Verständnis für die autoritären Strukturen der europäischen Staaten an der Peripherie aufbringen, aber auch gleichzeitig alle Möglichkeiten mit entwickeln, die eine solche politische Zukunft verhindern.   

Mythos Lesen - Mythos Buch

Mythos Lesen - Mythos Buch

Machen Sie mit!

www.nationaler-lesepakt.de, eine Zusammenarbeit der „Stiftung Lesen“ und dem „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, ist der Wochenzeitschrift Die ZEIT eine ganze Seite wert.

„Lesen- eine wahre Superkraft. Lesen eröffnet uns die Welt. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark. Das Ganze illustriert mit einem Jungen, verkleidet als Superman und somit passend für die Zielgruppe nicht nur der Eltern, sondern auch der „Jungen, die in der Gruppe der Nichtleser besonders zahlreich vertreten sind.“

Der Nationale Lesepakt wartet mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Preisen auf. Er liest sich wie das Who is Who aller Bücher- und Lesemenschen, die sich in diesem Land kraft ihres Amtes, ihrer Überzeugung und ihrer Ängste zusammengefunden haben, zu einem Zeitpunkt, da das geschriebene oder gedruckte Wort immer weiter an Resonanz verliert, um den Mythos Lesen und dem Buch die Stellung zu erhalten, die diese offensichtlich verlieren.

Der nationale Lesepakt ist die gebündelte Kraft eines ganzen Landes, dem Lesen die Superkraft zu bewahren bzw. möglichst zurückzugeben. Es ist nicht die erste Initiative für das Lesen. Als vor fast 50 Jahren die US-amerikanischen Wirtschaft in einer Untersuchung die Höhe der Mittel feststellte, die ihr durch die fehlende Lesefertigkeit ihres Personals in Handwerk und Betrieben verlorengingen, begann sie eine Kampagne, die an Umfang und Tiefe der jetzigen hier in Deutschland in nichts nachstand. Obwohl sie großzügig Mittel gerade in die kommunalen Bibliotheken spülte, war der Erfolg damals in den USA begrenzt. Steht dem deutschen Lesepakt jetzt ein vergleichbarer Misserfolg ins Haus?

Als vor fast zwanzig Jahren eine Untersuchung über den Einsatz digitaler Informationsmittel in der Lehre die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machte, dass die Lehre in analogen Bahnen verlief und die Studenten in dem Einsatz digitaler Informationen nicht geschult wurden und diese entsprechend auch nicht nutzten, wurden diese Studien weder gelesen noch in Handlungen umgesetzt. Auch wenn die heute Studierenden die Veranstaltungen mit dem Smartphone bzw. Tablet begleiten, so liest sich das gegenwärtig auf allen Kanälen geäußerte Bedauern über das digital rückständige Deutschland wie eine Abschrift dieser früheren Studien.

Die von Klaus Benesch vorgelegt Untersuchung über Buchkultur und Geisteswissenschaften im Informationszeitalter (Bielefeld 2021) nimmt einen anderen Standpunkt ein als die dem Lesepakt zugrunde liegenden Überlegungen. „Wie wir lesen“ versucht die Geschichte und Rahmenbedingungen, und damit den verschiedenen Ausprägungen dieser Kulturtechnik, auf den Grund zu gehen. Benesch fasst damit nicht nur Untersuchungen und Ergebnisse der früheren Jahre aus verschiedenen Institutionen und Kongressen zusammen, sondern gibt durch den Hinweis, dass die Krise des Buches bereits in der Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang nahm, als das Buch sich nicht nur einer elitär-gutbürgerlichen Gruppe öffnete, sondern immer mehr zum Allgemeingut „verkam“, dem Thema eine ganz neue inweis, Blickrichtung.

Mit der kurzen Erwähnung, dass gegenwärtig die Lesekultur der Jugend völlig andere geschult ist als vor Jahren, dass es also sein kann, dass wohl gelesen, aber anders und anderes gelesen wird, zeigt die Notwendigkeit zur Änderung der Blickrichtung.

Es kann ja sein, dass die Angebote, die heute gemacht werden, wohl eine leicht pessimistische Haltung gegenüber dieser Kulturtechnik verstärken, aber damit der Lesemotivation der Jugend nicht förderlich sind. Warum, fragt man sich, werden die Ergebnisse der Bundesligaspiele nicht nur gelesen, sondern auch im Gedächtnis verankert?

„Lauschen und Lesen“, deren Gedichte einer Veranstaltung einer kleinen Jazzgruppe dienten, zeigte, wie man Lesen und Hören oder Hören und Lesen an den Mann bringen kann. Es ist ein Umdenken gefragt, damit wieder gelesen wird oder besser noch, damit wir den richtigen Eingang zum Lesen wieder finden.

Aktuell ist Stille. Wir planen für die Zukunft

Die hoch angesiedelte Konferenz Digitale Wissenschaft (Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland 20.09.2010 in Köln, OPUS 4 | Digitale Wissenschaft - Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland (hbz-nrw.de) endete mit dem Schlusswort: „ … dass uns bei all den Diskussionen ... derzeit noch keine echte, d.h. virtuelle, Alternative zu einer Tagung eingefallen ist, kein Tool, keine Technik, die das gemeinsame Diskutieren und Erleben, die viel zitierten Gespräche in der Kaffeepause ersetzen kann …".

Bibliotheken haben sich relativ spät auf ihre Aufgabe als Zentrum der Kommune besonnen. Sie haben sich als Bücherschrank für jedermann, als Lernort und als Bildungseinrichtung definiert, ohne diesem Anspruch wie Karsten Schuldt nachwies, praktisch nachzukommen. Erst der in deutscher Übersetzung publizierte Aufruf von David Lankes, „Erwarten Sie mehr“, der ein lebhaftes Echo in der Kulturstiftung der Länder fand, wies der Bibliothek die Aufgabe zu, Mittelpunkt der Kommune zu sein. (s.a. „Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte“ unter Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte - Magazin 30 | Kulturstiftung des Bundes (kulturstiftung-des-bundes.de). Dabei wurde diese hier angesprochene Kommune weder rechtlich noch politisch eingegrenzt: Menschen, die sich nachbarschaftlich, mit einer Aufgabe, regional oder lokal, vernetzen wollen, sollten die Bibliothek als Zentrum ihrer Kommune ansehen. Mit dieser Aufgabe wurden auch die über die Entwicklung der letzten Jahrhunderte in den Bibliotheken getroffene Einteilung in Öffentliche oder Wissenschaftliche oder welche Unterschiede auch immer herausgestellt und gewünscht waren, in die zweite Reihe verwiesen.

„Im Schnittpunkt von Buchökonomie und Buchkultur stehen die Auswirkungen der Digitalisierung“, sagt die Professorin der Erlanger Buchwissenschaft Ursula Rautenberg. Es sieht aber zurzeit so aus, als ob dieser Schnittpunkt verloren zu gehen droht, weil die Angebote derzeit nur aus Digitalierungsvorhaben bestehen: mögen es Konferenzen und andere digitale Treffen, Fortbildungen oder Informationsangebote sein. Es war eine sehr mutige Entscheidung, die Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2021 abzusagen, weil, wie Oliver Zille es sehr klar ausdrückte, eine Messe eine Begegnung auf den verschiedenen Ebenen erfordert und dieses digital nicht möglich ist. Dem stimmen wir zu, obwohl uns diese Absage aus vielen Gründen sehr geschmerzt hat.

Was wird aus einer Buchwissenschaft ohne Buch?“ fragt die Erlanger Buchwissenschaft. Und wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorherrschaft des Digitalen, dem sehr oft die Aura des Modernen anhaftet, durch die Aufholjagd des Buches in kleinen Buchläden leichte Risse bekomme hat. Auf der Ebene des Politischen hat dies Sorge auslöst, wie die Gründung eines nationalen Lesepaktes (Lesen eröffnet uns die Zukunft. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark) zeigt. Dabei findet die Gründung dieser Stiftung ihr Pendant in Russland, getragen von ähnlichen Sorgen, dass die Beschäftigung mit einem Buch und einer Geschichte wohl andere Teile unseres Gehirns anspricht als eine permanente Beschäftigung mit elektronischen Nachrichten. Dies sagen wir hier auch angesichts einer permanenten pädagogischen Bedrohung der Kinder durch übermäßigen Fernsehgenuss bzw. Bildschirmkonsum in der Vergangenheit, der sich jetzt als erforderlich erweist.

Wie sehr Bücher zum guten analogen Leben beitragen können zeigen u.a. „Guten Tag - haben Sie Bücher“, dieses kleine Büchlein, das das Leben in der Stadtbücherei Marzahn nachgezeichnet hat, und sich als Bestseller erwies, wie auch die sanfte Satire „Ich bin ein Bibliothekar“ über einem Bibliothekar, der seinen Beruf als Partner des Lesers über alles liebt und aufgeben soll, zugunsten eines unnötigen Programms intellektueller Beschäftigung.

„Verantwortung für alle“ lauten jetzt schon die Forderungen, die auf tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen hinweisen, die uns das Abflauen der Epidemie und ein Ende der Stille bringen werden. Den Bibliotheken wird dabei eine große Verantwortung zufallen, die sie auch einfordern sollen. Mit dem Sammelwerk: „Bibliotheken.Wegweiser für die Zukunft. Projekte und Beispiele“ zeigen sie, dass sie das können, man muss sie nur lassen und fordern (erscheint im 2. Halbjahr 2021). 

Rainer Kappe

Kollege, Freund und Berater - RIP

Als das Deutsche Bibliotheksinstitut zu Begin des neuen Jahrhunderts unterging, versuchte Rainer Kappe in dem Chaos zu retten, was noch zur retten war und den vielen Kollegen wenigstens den Hauch einer Zukunft zu vermitteln. Er selbst erhielt eine gute Zukunft im Jüdischen Museum. Dort sahen wir uns wieder. Er war zusammen mit anderen Autor und Herausgeber für Das Tagebuch des Klaus Seckel. ISBN 978-3-940862-14-3. Er beriet den Simon Verlag für Bibliothekswissen während des schwierigen Beginns seiner Tätigkeit und illustrierte einige der neuen Publikationen.  Rainer Kappe begleitete uns über viele Jahre. Wir werden ihn nie vergessen.

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrums. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenem Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als bei der Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre Arbeit und Schutz vor der Perestroika fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.  

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentralen bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017, berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder - das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA-Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodisch, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhielten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmte den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann, die Informationsvermittlung zu erobern, und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik, durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den 90er Jahren.

Guten Tag - haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn, zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.



Und nun diese Satire.

Christer Hermansson: Ich bin ein BIBLIOTHEKAR!


Eine scheinbar altbackene Beschreibung eines Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihm tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc. unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel...

Wir wollen den Autor, Christer Hermansson, nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. - Wir suchen dafür Partner und Mitstreiter - Termin offen (Dank Corona).

Spannend verspricht das Gespräch zu den verpassten (oder politisch nicht gewollten?) Chancen für Bibliotheken während der Corona-geprägten Zeit zu werden.

 

Kontakt und Bestellungen:

Telefon: 030 44739675

per email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer, ISBN 978-3-940862-03-7. Das Buch war hervorragend recherchiert, sehr gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.    
   

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum, ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer, bei der Digitalisierung ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronakrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser einen Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit Hardware sowie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher Nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann wenig, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Coronakrise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona-Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen einer Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV-Sendung von Hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nutzen, es sind digitale Verbraucher, die amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht die Informationsquellen nutzen, die den fake news den Boden entziehen würden.


Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmenwechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun erneut bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  wurde nicht nur von einem Teilnehmer des oben genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa (wenn auch nur als Kredit), aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern?


Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

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Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

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Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

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Fake-News: Fehl-, Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten.

Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch- und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access.

Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-, Falsch- und Desinformationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontexts  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern in Die Zukunft der Informationswissenschaft - Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven und Forschungsfronten als Folgen der Digitalisierung. Dies sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung.

Mit dem Sammelwerk Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung, sondern auch Museen und  Institutionen stehen vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nicht nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

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Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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