Kultur und Sprache- Heimat und Fremde

Warum hat man nicht Ethnologen und Historiker in die Diskussion um die Flüchtlingsströme einbezogen, die Deutschland, ja Europa in Unruhe versetzen. Scharen von Flüchtlingen, die eine neue Heimat suchen, sind wirklich nicht neu: Das wunderschöne Venedig wurde von ihnen aufgebaut, die nach dem Niedergang Ostroms nach Westen geflohen waren.  Venedig selber vertrieb mit der Steuerpolitik die im Ghetto lebenden Juden zum Schaden für die Republik, denn das Druckgewerbe in den Niederlanden, heute noch beherrschend durch große Verlagshäuser hat dort ihnen Ursprung. Und Preußen ! – auch dieser arme Staat mit seinen Sandböden wurde durch Flüchtlinge aufgebaut:  Holländer errichteten Deiche und  die Frage, ob die in den 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Berlin sich etablierende Mode, ihren Ursprung bei den Hugenotten hatte, kann nicht eindeutig beantwortet werden.. Und die USA – ein Land, das von Flüchtlingen aufgebaut wurde, Menschen, die vor Armut und Willkür des alten Kontinents flohen. Wir wollen hier nicht noch mehr Beispiele aufführen und  sondern verweisen auf den Lesezirkel, der am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven  stattfinden wird:

Einwanderung und Integration - Was bedeutet das?

Aufruf zu einem Lesezirkel am Deutschen Schiffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Deutsche Schiffahrtsgeschichte

Die gegenwärtig  einseitige Diskussion um Integration und Migration soll in einen historischen und theoretischen Kontext auf der Grundlage historischer und politischer Forschungsansätze gestellt werden. Diese sollen zur Diskussion um folgende Fragen führen:

1.     Gibt es verschiedene Formen der Integration?

2.     Was ermutigt Integration?

3.     Sind die Termini Multikulturalismus, Pluralismus, Assimilation, und Integration kompatibel?

4.     Welche praktisch anwendbaren Erkenntnisse können wir aus wissenschaftlichen Ansätzen gewinnen, die diese Phänomene theoretisch und historisch erforschen?

5.     Das Ziel dieses Lesezirkels liegt nicht in der unmittelbaren Beschäftigung mit der gegenwärtigen Flüchtlingskrise, sondern in einem Blick in die Zukunft. Wie werden die Menschen in 10 oder 50-100 Jahren darüber denken und wie wird ein ethnisch und religiös buntes Deutschland aussehen?

Der Lesezirkel richtet sich an alle, die es hilfreich finden, historische Reflexion mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu verbinden und insbesondere auch an diejenigen, die beruflich in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig sind (Schule, Museum, Volkshochschule).

Wo ? Das Deutsche Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven/ Leibniz-Institut für deutsche Schiffahrtsgeschichte, Hans-Scharoun-Platz 1, 27568 Bremerhaven, freut sich, Gastgeber dieses ersten Workshops zu sein.

Wann ? Das erste Treffen soll am 5.November 2016 von 10.00 bis 15.00 Uhr stattfinden.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis zum 15. Oktober bei Dr. Christina Ziegler- McPherson an (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Sprache: Deutsch. Die Texte, die als Diskussionsgrundlage dienen, werden Ihnen nach Anmeldung zur Verfügung gestellt.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Reisekosten können nicht erstattet werden. Eine Bescheinigung über den Besuch des Seminars  kann ausgestellt werd

Die gegenwärtige Diskussion, die sich von Unterkünften und Bettenzahlen jetzt den Kosten  für die Flüchtlinge und deren Integration zugewandt hat, mag an den kulturellen Problemen und besonders der Sprachentwicklung in einer zunehmend komplizierter werdenden Umwelt nicht nur  vorbeigehen, sondern schaden. Es war nicht von ungefähr, dass der preußische König ein großzügiges Hilfsprogramm für die Hugenotten und auch für die protestantischen Flüchtlinge aus Salzburg  startete und damit ihre den Preußen oft überlegene Wirtschaftskraft nutzte. Australien macht die Beherrschung der englischen  Sprache zur Voraussetzung, um das Land zu betreten und die American Library Association hat seinerzeit in einem großen Leseprogramm ihren  Beitrag zum Erlernen und der Beherrschung der englischen Sprache beigetragen.

In seinem autobiographische Anti-Heimat weist W. Bredemeier die Fehler einer Politik nach, die die kreativen Kräfte nicht unterstützt hat und versucht, mit Geld alte Strukturen aufrecht zu erhalten. Joseph Kazickas Wege der Hoffnung zeigt den sagenhaften Aufstieg eines Flüchtlings in die USA, der zum Unterstützer der Freiheit in seinem Heimatland  Litauen wurde und Briefe aus einer Schweren Zeit (Rosmarie Grabitz) zeigen den Überlebenswillen einer Familie von der Flucht aus dem Baltikum bis nach Hamburg- dies alles Dokumente eines kreativen, großartigen Willen, durch Sprache und Kultur die Fremde zur Heimat werden zu lassen.

Man sollt endlich beginnen, sich jenseits von  Vielfalt und humanistischem Philosophieren den Grundgedanken zuzuwenden, wie man diese Integration der hier eingewanderten Menschen bewältigen will- und dafür sind Vergleiche nicht nützlich aber kreative Ideen und ein Programm, das sich auf die Vermittlung von Sprache und Kultur konzentriert und alle vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten nützt- und warum nicht die

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