Zum Auftakt des "Festivals OaarWurm 4.0 - Festival für komponierte Musik 2018" am Freitag den 24.August 2018 wird um 17 Uhr im Kulturhaus Friedrichshain Alte Feuerwache in der Marchlewskistraße (direkt am U-Bahnhof "Weberwiese" der Linie U5) im Eingangsbereich eine kleine Musikmesse stattfinden, die dann alle an diesem Tag folgenden Veranstaltungen ein wenig umrahmen wird und noch bis ca. 23 Uhr laufen wird. Das Festival wird dann offiziell eröffnet von einer Podiumsdiskussion um 19 Uhr in der Galerie (projektraum) des Kulturhauses Alte Feuerwache im Erdgeschoss mit dem Thema "Komponieren - anlog oder digital? Hat der einzelne subjektive Komponist noch eine Zukunft?", zu der uns folgende Teilnehmer ihre Teilnahme fest zugesagt haben:

- Gisela Nauck - Musikwissenschaftlerin, Chefredakteurin und Geschäftsführerin der Musik-Zeitschrift "Positionen"

- Michael Quell - freischaffender Komponist und Hochschullehrer

- Prof. Dr. Rolf Großmann - Universität Lüneburg, Fachbereich Ästhetik, Leuphana ICA Team

- Dr. Roland Jerzewski - Literaturwissenschaftler

- Gerhard R. Koch - Journalist, Buchautor, ehemals Feuilletonchef bei der Frankfurter Allgemeinen

- Simone Barrientos - Mitglied des Bundestages für die Fraktion DIE LINKE, dort kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion sowie Obfrau im Ausschuss für Kultur und Medien

- Art-Oliver Simon (Moderation) – freischaffender Komponist und Musiker aus Berlin. Seit 2015 betreut er organisatorisch und künstlerisch das mit dieser Veranstaltung eröffnete Festival OaarWurm 4.0 -Festival für komponierte Musik 2018

Eintritt frei

Den Reigen für die auf diesem Festival stattfindenden Konzerte eröffnet dann wie schon im letzten Jahr das art ensemble berlin in der Besetzung Flöte (Antonella Bin)/Klavier(Art-Oliver Simon) und Kontrabass(Oliver Potratz)  mit einem ohne Pause durchgeführten Programm im unmittelbaren Anschluss an die Podiumsdiskussion um ca. 21 Uhr in der Studiobühne des Kulturhauses Alte Feuerwache gleich im zweiten Stock. Es erklingen folgende Ensemblewerke:

- Michael Quell (Komponist aus Fulda) - Staubaggregation

- Maxim Seloujanow (Komponist aus Wien) - Creations ex nihilo (dieses Werk wird hier zu diesem Anlass uraufgeführt)

- Art-Oliver Simon (Komponist aus Berlin) - Fusion (DNR-Analyse) (Antonella Bini spielt hier auf der in diesesm Stück verlangten sehr tief klingenden Kontrabassflöte in C)

- René Wohlhauser (Komponist aus Basel) - Quamakútsch

Eintritt 8€

Bitte besuchen Sie uns im Internet unter der Seite www.oaarwurm-festival.de mit dem kompletten Festivalprogramm

ES FOLGEN KURZPORTRAITS DER AN DER PODIUMSDISKUSSION TEILNEHMENDEN SPEAKER

gisela-nauck

Gisela Nauck, geb. 29.1.1953, Musikpublizistin, Musikwissenschaftlerin, Radiojournalistin, Verlegerin; Arbeitsgebiet: zeitgenössische Musik nach 1950; Herausgeberin, Chefredakteurin und Geschäftsführerin der Zeitschrift Positionen. Texte zur aktuellen Musik; betreibt mit dem Positionen Online Shop (http://shop.positionen.net) den größten Shop für neue Musik im Internet.

Studium der Musik- und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin (1971-1975, u.a. bei Frank Schneider, Christian Kaden, Gerd Rienäcker). Promotion zum Dr. phil an der TU Berlin bei Helga de la Motte-Haber (Musik im Raum – Raum in der Musik. Ein Beitrag zur Geschichte der seriellen Musik, 1995); 1975-1987 Redakteurin der Zeitschrift Musik und Gesellschaft; seit 1988 freiberuflich tätig, 1988 zusammen mit Armin Köhler Gründung der Zeitschrift Positionen. Beiträge zur neuen Musik bei der Edition Peters Leipzig, Herausgabe im Eigenverlag seit 1990 (seit 2008 als Positionen. Texte zur aktuellen Musik).

Buchpublikationen: erste Monografie über Dieter Schnebel (Lesegänge durch Leben und Werk, Schott 2001); Studie über die Rolle des Rundfunks als Förderer und Mäzen der neuen Musik (Risiko des kühnen Experiments, PFAU 2004), Mitinitiierung, Herausgabe und Mitautorin von echtzeitmusik. selbstbestimmung einer szene (Wolke 2011), Herausgabe + Mitautorschaft von An den Rändern des Maßes. Der Komponist Gerald Eckert (Wolke 2013). Zahlreiche Rundfunksendungen, Aufsätze, Vorträge, Rezensionen, Analysen und Berichte zu Fragen aktueller Musik: junge Musik in der DDR, Orte und Vermittlungsformen neuer Musik, Experiment und Innovation, experimentelles Musiktheater, Klangkunst, aktuelle Musik international, Diesseitigkeit, Neuer Konzeptualismus, Landschaftskompositionen, Diesseitigkeit, Uneingelöste Utopien der Avantgarde u.a. Porträts: Steffen Schleiermacher, Wolfgang Heisig, Jakob Ullmann, Iris ter Schiphorst, Helmut Oehring, Daniel Ott,  Hans Wüthrich, Reiner Bredemeyer, Johannes Wallmann, Josef Anton Riedl, Hans-Joachim Hespos, Johannes Kreidler, Hannes Seidl, Martin Schüttler, Maximilian Marcoll, Christian Wolff, Gerald Eckert, Peter Ablinger u.a.

Mitarbeit in verschiedenen Jurys: u.a Neue Musik der Berliner Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten. Konzert des Deutschen Musikrats, Düsseldorfer Altstadtherbst, Jury für privatrechtlich organisierte Theater und Theater-/Tanzgruppen« der Berliner Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten, Jury der INM (Initiative Neue Musik Berlin), Tätigkeit als Kuratorin: »KlangProjekte I« im Zeiss-Großplanetarium Berlin (mit A. Köhler) 1989; »KlangProjekte II: Gehörgänge« (mit A. Köhler), Haus der Jungen Talente Berlin (1991)

Michael Quell

michael-quell

Geb. 1960, studierte 1981-85 an der Musikhochschule Frankfurt (klassische Gitarre bei Heinz Teuchert, Dirigieren, Tonsatz und Kontrapunkt, Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Komposition) sowie Philosophie und Theologie an der J. W. Goethe-Universität. Zugleich studierte er Komposition bei Hans-Ulrich Engelmann und 1985-89 in der Meisterklasse bei Rolf Riehm. Weitere Studien u.a. bei Izhak Sadaj (Paris, Tel Aviv). Michael Quell lebt als  Komponist in Fulda und übt diverse Lehrtätigkeiten aus, Musikpädagoge, seit 2007 Dozent für Musiktheorie, Analyse und Ästhetik am musikwissenschaftlichen Institut der J. W. Goethe-Universität Frankfurt. Er wirkt als Gastdozent an verschiedenen Hochschulen und Universitäten  ( Innsbruck, Dresden, Würzburg, Pavia, Kiew, New York etc.).

Quell erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge und verschiedene Kompositionspreise (u.a. Kunstpreis 1989 Frankfurt, Auswahl zur UA beim Gaudeamus Kompositionswettbewerb 1988, Amsterdam, Elisabeth-Schneider-Kompositionspreis 2003, Barlow Commissioning Award 2011, USA , Kompositionspreis der Bowling Green State University 2013, USA etc.).

Seine Werke wurden bei internationalen Festivals aufgeführt wie z.B. S.E.M.A. Paris, Festival de musique Montreux/Vevey, Gaudeamus Musikwoche Amsterdam, Darmstädter Ferienkurse, Witten, Perth, Los Angeles Chamber Music America Festival, Internationales Pianoforum antasten , Heilbronn, ZeitRäume Basel, Slowind Festival Ljubljana, SoundScape Festival Pavia und Maccagno, Festival `the cutting edge`, New York City , CMS Boston Massachusetts, Músicaviva Festival Cuenca, Ecuador, Entrecuerdas Festival Santiago, Chile, Sound Ways Festival Sankt Petersburg, Festival Two Days and Two Nights of New Music, Odessa, Festival of Macedonian Music, Skopje, Lee Sang Guen Festival, Jinju, Korea etc. sowie in renommierten Konzertreihen z.B. in Berlin, Winterthur, London, Montréal, Melbourne, Wien, Hiroshima, Tokyo, Chengdu und Changsha, China, Rosario, Santa Fe u. La Plata, Argentinien, Montevideo, Uruguay etc.

Quells Kompositionen wurden inzwischen von zahlreichen deutschen und mehreren europäischen, kanadischen und amerikanischen Rundfunkanstalten gesendet.

Einen der Arbeitsschwerpunkte M. Quells stellt die Beschäftigung mit den Chancen und Möglichkeiten der Komposition im interdisziplinären Dialog dar.

Veröffentlichungen im TONOS-Musikverlag, Baden Baden, CD-Aufnahmen (NEOS: Portrait-CD, Bayer, Dabringhaus etc.) sowie musikwissenschaftliche Publikationen im Lit- und Wolke Verlag.

Simone Barrientos – MdB (DIE LINKE)

Ich bin in Lutherstadt Eisleben geboren, aufgewachsen in Neustrelitz, habe dreißig Jahre in Ost- und Westberlin gewohnt und lebe nun in Franken.

Meine Mutter war Tänzerin beim Folklore-Ensemble der DDR. Ich war ein aufmüpfiges Kind und eine selbstbewusste Jugendliche. Auch deshalb konnte ich in der DDR nicht studieren und habe eine Ausbildung zur Betriebselektrikerin und zur Gebrauchswerberin absolviert. Seit vielen Jahren bin ich aber freiberuflich in den Bereichen Kunst und Kultur aktiv. 2008 gründete ich den Kulturmaschinen Verlag und leitete diesen bis Juni 2017 als Verlegerin. In dem Verlag ist u.a. das belletristische Werk Franz Josef Degenhardts erschienen sowie Bücher von Jan Eik, Hermann Kant, Leander Sukov, Guido Rohm und vielen anderen.

Ich bin seit vielen Jahren politisch aktiv. In der bayrischen LINKEN begann 2014 meine parteipolitische Arbeit und ich wurde in den Landesvorstand gewählt. Die zunehmenden sozialen Verwerfungen, der wachsende Rassismus, aber auch Sexismus in all seinen Auswirkungen haben dazu geführt, dass ich mich zu einer Kandidatur für den Bundestag entschloss. Seit 2017 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages, kulturpolitische Sprecherin für die Bundestagsfraktion und Obfrau im Ausschuss Kultur und Medien.

POLITISCHE POSITIONEN

Kultur muss nichts, aber Kultur kann viel!

Linke Kulturpolitik bedeutet, Kultur und Kulturschaffenden ihre Freiheit zu lassen.

Die oft verwendete Unterscheidung in „Hochkultur“ und „Massenkultur“ bzw. Unterhaltung halte ich für elitär und veraltet. Kultur reicht von Sprache über Gleichberechtigung der Geschlechter bis zu der Frage, wie wir heute – und natürlich auch morgen – leben und arbeiten wollen. Linke Kulturpolitik bedeutet auch, Kulturschaffenden die Angst vor Armut praktisch zu nehmen. Deshalb streitet Die LINKE für eine umfassende Verbesserung der sozialen Absicherung von Künstler*innen, für eine Stärkung der Künstlersozialkasse und für branchenspezifische Mindest- und Ausstellungshonorare.

Ich stehe für:

  • Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstler*innen und Kreativen real verbessern
  • Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Kultur- und Medienbereich und Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Kulturelle Bildung ausbauen
  • Auch das ist eine Frage der Kultur: Verantwortung für Geschichte tragen

Ich selbst komme aus der Kulturbranche bzw. »dem KunstBETRIEB«: Ich habe viele Jahre politische Literatur als Verlegerin verantwortet, war als selbständige Künstlerin ebenfalls oft abhängig von Auftraggeber*innen, betreue in meiner Heimatstadt ein kleines Kulturzentrum, was Sie auch als soziokulturell bezeichnen dürfen. Kultur und Kunst gibt es eben nicht nur in Metropolen und Städten ab 100.00 Einwohner*innen. DIE LINKE will auch im ländlichen Raum bzw. Flächenländern vielgestaltige Milieus erhalten bzw. Neues schaffen.

dr-rolf-grossmann

Dr. Rolf Grossmann. Professor für Digitale Medien und auditive Gestaltung an der LEUPHANA Universität Lüneburg, Fachbereich Ästhetik

Meine Arbeitsschwerpunkte sind:

Technik- und Medienkultur der Musik

Ästhetik der digitalen Medien

Sampling; interaktive Medienkunst.

Klang und Raum: Installationen, Interfaces

Dr. Roland Jerzewski

geb. 27.1.1951 in Braunschweig

1971 – 1976 Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Hannover mit DAAD-Forschungsstipendium in Paris

1977-1979 Referendariat für das Lehramt an Gymnasien in Berlin

1980 -1986 DAAD-Lektor für deutsche Literatur und Sprache an der Universität Bordeaux III, am Institut d’Etudes Politiques und an der Wirtschaftshochschule SUPDECO

1986 Rückkehr in den Berliner Schuldienst, Gymnasiallehrer und Dozent in der Lehrerfortbildung

1990 Promotion in vergleichender Literaturwissenschaft (Germanistik/Romanistik) zum Engagement-Begriff bei Walter Benjamin und Paul Nizan

1998 Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen für die Breslau-Hochwasserhilfe

2001-2008 Deutsch-Polnischer Koordinator der Berliner Senatsbildungsverwaltung,

Entwicklung des Modells einer „Europäischen Begegnungsschule mit Polen“ am Gabriele von Bülow-Gymnasium in Berlin-Reinickendorf, Mitglied deutsch-polnischer Bildungsgremien, Mitinitiator des ersten Polnisch-Lehrbuchs für deutsche Schulen „Witaj Polsko“ und des Deutsch-Polnischen Geschichtsbuchs

2008 – 2016 EU-Lehrkraft an der Europäischen Schule München, ESM-Projektkoordinator, insbesondere „Europa 20 Jahre nach dem Mauerfall“ (2009 – 2012) und „Europäische Identitäten“ (2012 -2016) in enger Kooperation mit den Generalkonsulaten Polens, Spaniens, Italiens, Frankreichs, Ungarns, Tschechiens, Kulturinstituten und -Netzwerken, Stiftungen, Universitäten

2016 Versetzung in den „Ruhestand“ mit einer Französin verheiratet, zwei Söhne

Publikationen zum Engagement-Begriff deutscher und französischer Intellektueller der Zwischenkriegszeit, Anthologie literarischer Texte zur deutschen Frage, Aufsätze zur deutsch-polnischen Bildungspolitik und zur Sprachenvielfalt in Europa, Veröffentlichungen auf Französisch, Schwedisch und Polnisch.

Gerhard R. Koch (*1939) der seit 1952 in Frankfurt am Main wohnte, schrieb bereits als Schüler des Goethe-Gymnasiums kleine Rezensionen für den Lokalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, unter anderem über Kirchenkonzerte. Er studierte ab 1960 in Frankfurt Germanistik, Philosophie, Geschichte und Soziologie. Hier wurde er vor allem durch die musiktheoretischen Ideen Theodor W. Adornos geprägt.

Von 1975 bis zu seinem Ruhestand 2003 gehörte Koch der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) an und war für den Bereich Musik zuständig. Die Themenschwerpunkte seiner journalistischen Arbeit bildete das Musiktheater und die neue Musik, sowie die damit verbundene Schallplattenkritik. Er schrieb jedoch auch über Film, Theater und Tanz.

Seit 2003 tritt Koch als Laudator auf, unter anderem bei der Verleihung der Goethe-Medaille des Goethe-Instituts an György Ligeti 2003, der erstmals verliehenen Leipziger Bach-Plakette an Gustav Leonhardt im gleichen Jahr und des Giga-Hertz-Preises an Natasha Barrett 2008. Er schreibt Kritiken und Berichte unter anderem für die neue musikzeitung (nmz), weiterhin für die FAZ und er hält Vorträge und Vorlesungen über musikspezifische Themen.[1][2]

1999 wurde er mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay und 2005 mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main geehrt.

Koch wohnt in Kelkheim-Fischbach. Er ist mit der Sängerin, Gründerin und Leiterin des Ensemble belcanto und Gesangspädagogin Dietburg Spohr verheiratet.

 

art-oliver-simon

Art-Oliver Simon, geboren am 13. Dezember 1966 in Hamburg, schloss 1993 sein Studium an der Musikhochschule Berlin (heute UdK) in den Fächern Komposition, Dirigieren und Klavier in den Klassen von F.M. Beyer und Witold Szalonek ab. Im gleichen Jahr wurde ihm der Kompositionspreis der Stadt Berlin und 1994 der Boris-Blacher-Kompositionspreis verliehen. 2007 erhielt er ein Arbeitsstipendium am Herrenhaus Edenkoben und 2009 ein Arbeitsstipendium der Stiftung: kunstraum sylt:quelle. Von 1993 bis 1995 lebte Art-Oliver Simon in Paris (Frankreich) und besuchte dort am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) den cursus annuel de composition. Seit 1998 lebt er ständig in Berlin-Prenzlauer Berg, organisiert Konzerte und tritt als Musiker, Dirigent verschiedener Ensembles oder auch als Liveperformer und Pianist auf. Seine Kompositionen wurden bisher bei größeren internationalen Festivals uraufgeführt: rendez-vous musique nouvelle in Forbach (2002), auf dem Musikfestival Usedom (2004), Konzertreihe white islands Stuttgart (2011), Herbstmusik Berlin (2005/2006), SOUNDWAYS St. Petersburg (2009), Westival Stettin (2009), Festival Pro musica nova Bremen (2012, 2014). Weitere Werkaufführungen in  Paris, Wien, Graz, Köln, Dortmund, Heilbronn, Tübingen und Leipzig. 2013 Gründungsmitglied des art ensemble berlin (aktuelle Besetzung Antonella Bini-Flöte, Art-Oliver Simon-Klavier, Oliver Potratz-Kontrabass>www.simon-artensemble.de). Mit diesem Ensemble gastierte er 2014 mehrfach in Italien, 2015 dann in Österreich und 2017 mit dem Tourneeprojekt Galactic Composers´ Project durch mehrere Städte (neben Berlin Fulda, Stuttgart, Winterthur und Basel), 2018 folgen u.a. erste CD-Aufnahmen mit diesem Ensemble. 2016 produzierte er in Kooperation mit dem Radiosender rbb Kulturradio und dem Braunschweiger Label edition zeitklang seine erste Portrait-Kompositionen-CD mit ausgewählten Werken für Klavier und Gitarre am Funkhaus Masurenallee , mit Jonas Olsson (Klavier) und Jürgen Ruck (Gitarre) als Interpreten. 2015 gründete er – in Ermangelung eines adäquaten Angebots der lokalen Komponistenszene an das Publikum – das staatlich unabhängige Festival OaarWurm mit dem Kulturhaus Alte Feuerwache Berlin-Friedrichshain und seit diesem Jahr zusätzlich mit der brotfabrik Weissensee als starkem Partner(>www.oaarwurm-festival.de). Ein starker Fokus dieses Festivals liegt auf der lokalen und regionalen Komponistenszene sowie auf den bislang im Konzertleben radikal unterrepräsentierten osteuropäischen bzw. ostkirchlichen Raum (z.B. Russland, Georgien, Griechenland). Seit 2010 arbeitet er Art-Oliver Simon auf freier Honorarbasis für den Simon Verlag BW(www.simon-bw.de) und betreut dort sowohl als Lektor wie auch als Kurator sämtliche Musikbuch-veröffentlichungen (darunter die neueste „Manfred Reichert – Fremder Ort Heimat) sowie das composers´program, bestehend aus neuen Partituren und Notenveröffentlichungen von weit über 30 zeitgenössischen Komponisten, zusammen mit der angeschlossenen online-Plattform www.notenvonheute.berlin

Persönliche Webseite des Komponisten: www.simon-artmusik.de

Den Reigen für die auf diesem Festival stattfindenden Konzerte eröffnet dann wie schon im letzten Jahr das art ensemble berlin in der Besetzung Flöte (Antonella Bin)/Klavier(Art-Oliver Simon) und Kontrabass(Oliver Potratz)  mit einem ohne Pause durchgeführten Programm im unmittelbaren Anschluss an die Podiumsdiskussion um ca. 21 Uhr in der Studiobühne des Kulturhauses Alte Feuerwache gleich im zweiten Stock. Es erklingen die Ensemblewerke:

- Michael Quell (Komponist aus Fulda) - Staubaggregation

- Maxim Seloujanow (Komponist aus Wien) - Creations ex nihilo (dieses Werk wird hier zu diesem Anlass uraufgeführt)

- Art-Oliver Simon (Komponist aus Berlin) - Fusion (DNR-Analyse) (Antonella Bini spielt hier auf der in diesesm Stück verlangten sehr tief klingenden Kontrabassflöte in C)

- René Wohlhauser (Komponist aus Basel) - Quamakútsch

(Eintritt 8€)

Bitte besuchen Sie uns im Internet unter der Seite www.oaarwurm-festival.de mit dem kompletten Festivalprogramm

Aktuelles

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst 

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander. Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

  Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.

Warum gilt Aufklärung als fundamentalistisch? und weiter: Aufklärung und Freiheit sind Ideen, die an ihren Ansprüchen scheitern.

Hanna Arendt, der glühenden Verteidigerin der Freiheit Die Freiheit, frei zu sein, München 2018, hätten diese Aussprüche nicht gefallen, wohl aber eventuell den Wahlbeteiligten im Osten der deutschen Republik, die heute mit den immer deutlicher werdenden Brüchen zwischen Ost- und Westeuropa konfrontiert werden.


Der Tagesspiegel vom 30. Mai: „Das Gewand der Königin. Europa Regina zeichnet ab dem 16. Jahrhundert eine Westorientierung der Mächte“, die auch nach dem Abbau der festen Grenzen nach 1989 wieder zum Vorschein gekommen sind. Der Optimismus, mit dem die EU-Erweiterung begann, ist einer Grundskepsis gewichen, die nicht allein dem wirtschaftlichen und sozialen Bruch galt, der dieser Erweiterung folgte, sondern auch keine europäische Einigung unmittelbar einleitete. Liberalismus und Demokratie haben kein unmittelbares Erbe in den Staaten des ehemaligen Ostblocks und haben dem Demokratieüberdruss, dem Nationalismus und dem Aufkommen neuer Potentaten von Urban bis zur Pispartei in Polen den Boden bereitet. Aber nicht nur im Parteiengeflecht des ehemaligen Ostblocks schälen sich neue Machtpositionen heraus. Auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der EU können sich verändern und damit Erneuerungen in Administration und Gesellschaft notwendig machen. Peripherie und Zentrum stehen sich gegenüber und bieten gleichzeitig die Identität allen den Staaten an, die jetzt, und eventuell vorübergehend, oligarchische Strukturen bevorzugen und damit alle Staaten entlasten, die sich mit Freiheit und Verantwortung überfordert fühlen.


Dabei war der Kampf dieser Staaten um Freiheit und europäische Zugehörigkeit nicht trivial. Der Garten der zerbrochenen Statuen (ISBN 978-3-945610-40-4) zeichnet den erschütternden Weg, den die Zensur durch die Bildung des russischen Staates genommen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Buch in der Gegenwart eine Fortsetzung schreibt. Wege der Hoffnung (ISBN 978-3-945610 20-6) ist nicht nur die Lebensgeschichte eines litauischen Intellektuellen, der sein Glück in den USA gemacht hatte, es ist gleichzeitig eine Hommage an den unbekannten deutschen Soldaten, der einst die Familie aus dem brennenden Dresden rettete. Immer wieder scheint der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung diese Erzählungen zu leiten, aber gleichzeitig sind die Kräfte für den Aufbau einer Demokratie bzw. Liberalität nicht sichtbar. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Erholung und Beteiligung ist mit Händen zu greifen, es fehlt aber der Wille zur Teilhabe und Gestaltung jenseits der Schilderung der persönlichen Notlagen und Ängste.

Aufklärung war die Grundlage des preußischen Staates, als der versuchte, sich aus dem Geflecht eines Obrigkeitsstaates zu befreien. Dies ist ihm sehr spät, wenn überhaupt, gelungen. Deshalb sollte die Bundesrepublik schon aus dieser Tradition heraus, in ihrem Erbteil Verständnis für die autoritären Strukturen der europäischen Staaten an der Peripherie aufbringen, aber auch gleichzeitig alle Möglichkeiten mit entwickeln, die eine solche politische Zukunft verhindern.   

Mythos Lesen - Mythos Buch

Mythos Lesen - Mythos Buch

Machen Sie mit!

www.nationaler-lesepakt.de, eine Zusammenarbeit der „Stiftung Lesen“ und dem „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, ist der Wochenzeitschrift Die ZEIT eine ganze Seite wert.

„Lesen- eine wahre Superkraft. Lesen eröffnet uns die Welt. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark. Das Ganze illustriert mit einem Jungen, verkleidet als Superman und somit passend für die Zielgruppe nicht nur der Eltern, sondern auch der „Jungen, die in der Gruppe der Nichtleser besonders zahlreich vertreten sind.“

Der Nationale Lesepakt wartet mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Preisen auf. Er liest sich wie das Who is Who aller Bücher- und Lesemenschen, die sich in diesem Land kraft ihres Amtes, ihrer Überzeugung und ihrer Ängste zusammengefunden haben, zu einem Zeitpunkt, da das geschriebene oder gedruckte Wort immer weiter an Resonanz verliert, um den Mythos Lesen und dem Buch die Stellung zu erhalten, die diese offensichtlich verlieren.

Der nationale Lesepakt ist die gebündelte Kraft eines ganzen Landes, dem Lesen die Superkraft zu bewahren bzw. möglichst zurückzugeben. Es ist nicht die erste Initiative für das Lesen. Als vor fast 50 Jahren die US-amerikanischen Wirtschaft in einer Untersuchung die Höhe der Mittel feststellte, die ihr durch die fehlende Lesefertigkeit ihres Personals in Handwerk und Betrieben verlorengingen, begann sie eine Kampagne, die an Umfang und Tiefe der jetzigen hier in Deutschland in nichts nachstand. Obwohl sie großzügig Mittel gerade in die kommunalen Bibliotheken spülte, war der Erfolg damals in den USA begrenzt. Steht dem deutschen Lesepakt jetzt ein vergleichbarer Misserfolg ins Haus?

Als vor fast zwanzig Jahren eine Untersuchung über den Einsatz digitaler Informationsmittel in der Lehre die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machte, dass die Lehre in analogen Bahnen verlief und die Studenten in dem Einsatz digitaler Informationen nicht geschult wurden und diese entsprechend auch nicht nutzten, wurden diese Studien weder gelesen noch in Handlungen umgesetzt. Auch wenn die heute Studierenden die Veranstaltungen mit dem Smartphone bzw. Tablet begleiten, so liest sich das gegenwärtig auf allen Kanälen geäußerte Bedauern über das digital rückständige Deutschland wie eine Abschrift dieser früheren Studien.

Die von Klaus Benesch vorgelegt Untersuchung über Buchkultur und Geisteswissenschaften im Informationszeitalter (Bielefeld 2021) nimmt einen anderen Standpunkt ein als die dem Lesepakt zugrunde liegenden Überlegungen. „Wie wir lesen“ versucht die Geschichte und Rahmenbedingungen, und damit den verschiedenen Ausprägungen dieser Kulturtechnik, auf den Grund zu gehen. Benesch fasst damit nicht nur Untersuchungen und Ergebnisse der früheren Jahre aus verschiedenen Institutionen und Kongressen zusammen, sondern gibt durch den Hinweis, dass die Krise des Buches bereits in der Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang nahm, als das Buch sich nicht nur einer elitär-gutbürgerlichen Gruppe öffnete, sondern immer mehr zum Allgemeingut „verkam“, dem Thema eine ganz neue inweis, Blickrichtung.

Mit der kurzen Erwähnung, dass gegenwärtig die Lesekultur der Jugend völlig andere geschult ist als vor Jahren, dass es also sein kann, dass wohl gelesen, aber anders und anderes gelesen wird, zeigt die Notwendigkeit zur Änderung der Blickrichtung.

Es kann ja sein, dass die Angebote, die heute gemacht werden, wohl eine leicht pessimistische Haltung gegenüber dieser Kulturtechnik verstärken, aber damit der Lesemotivation der Jugend nicht förderlich sind. Warum, fragt man sich, werden die Ergebnisse der Bundesligaspiele nicht nur gelesen, sondern auch im Gedächtnis verankert?

„Lauschen und Lesen“, deren Gedichte einer Veranstaltung einer kleinen Jazzgruppe dienten, zeigte, wie man Lesen und Hören oder Hören und Lesen an den Mann bringen kann. Es ist ein Umdenken gefragt, damit wieder gelesen wird oder besser noch, damit wir den richtigen Eingang zum Lesen wieder finden.

Aktuell ist Stille. Wir planen für die Zukunft

Die hoch angesiedelte Konferenz Digitale Wissenschaft (Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland 20.09.2010 in Köln, OPUS 4 | Digitale Wissenschaft - Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland (hbz-nrw.de) endete mit dem Schlusswort: „ … dass uns bei all den Diskussionen ... derzeit noch keine echte, d.h. virtuelle, Alternative zu einer Tagung eingefallen ist, kein Tool, keine Technik, die das gemeinsame Diskutieren und Erleben, die viel zitierten Gespräche in der Kaffeepause ersetzen kann …".

Bibliotheken haben sich relativ spät auf ihre Aufgabe als Zentrum der Kommune besonnen. Sie haben sich als Bücherschrank für jedermann, als Lernort und als Bildungseinrichtung definiert, ohne diesem Anspruch wie Karsten Schuldt nachwies, praktisch nachzukommen. Erst der in deutscher Übersetzung publizierte Aufruf von David Lankes, „Erwarten Sie mehr“, der ein lebhaftes Echo in der Kulturstiftung der Länder fand, wies der Bibliothek die Aufgabe zu, Mittelpunkt der Kommune zu sein. (s.a. „Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte“ unter Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte - Magazin 30 | Kulturstiftung des Bundes (kulturstiftung-des-bundes.de). Dabei wurde diese hier angesprochene Kommune weder rechtlich noch politisch eingegrenzt: Menschen, die sich nachbarschaftlich, mit einer Aufgabe, regional oder lokal, vernetzen wollen, sollten die Bibliothek als Zentrum ihrer Kommune ansehen. Mit dieser Aufgabe wurden auch die über die Entwicklung der letzten Jahrhunderte in den Bibliotheken getroffene Einteilung in Öffentliche oder Wissenschaftliche oder welche Unterschiede auch immer herausgestellt und gewünscht waren, in die zweite Reihe verwiesen.

„Im Schnittpunkt von Buchökonomie und Buchkultur stehen die Auswirkungen der Digitalisierung“, sagt die Professorin der Erlanger Buchwissenschaft Ursula Rautenberg. Es sieht aber zurzeit so aus, als ob dieser Schnittpunkt verloren zu gehen droht, weil die Angebote derzeit nur aus Digitalierungsvorhaben bestehen: mögen es Konferenzen und andere digitale Treffen, Fortbildungen oder Informationsangebote sein. Es war eine sehr mutige Entscheidung, die Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2021 abzusagen, weil, wie Oliver Zille es sehr klar ausdrückte, eine Messe eine Begegnung auf den verschiedenen Ebenen erfordert und dieses digital nicht möglich ist. Dem stimmen wir zu, obwohl uns diese Absage aus vielen Gründen sehr geschmerzt hat.

Was wird aus einer Buchwissenschaft ohne Buch?“ fragt die Erlanger Buchwissenschaft. Und wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorherrschaft des Digitalen, dem sehr oft die Aura des Modernen anhaftet, durch die Aufholjagd des Buches in kleinen Buchläden leichte Risse bekomme hat. Auf der Ebene des Politischen hat dies Sorge auslöst, wie die Gründung eines nationalen Lesepaktes (Lesen eröffnet uns die Zukunft. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark) zeigt. Dabei findet die Gründung dieser Stiftung ihr Pendant in Russland, getragen von ähnlichen Sorgen, dass die Beschäftigung mit einem Buch und einer Geschichte wohl andere Teile unseres Gehirns anspricht als eine permanente Beschäftigung mit elektronischen Nachrichten. Dies sagen wir hier auch angesichts einer permanenten pädagogischen Bedrohung der Kinder durch übermäßigen Fernsehgenuss bzw. Bildschirmkonsum in der Vergangenheit, der sich jetzt als erforderlich erweist.

Wie sehr Bücher zum guten analogen Leben beitragen können zeigen u.a. „Guten Tag - haben Sie Bücher“, dieses kleine Büchlein, das das Leben in der Stadtbücherei Marzahn nachgezeichnet hat, und sich als Bestseller erwies, wie auch die sanfte Satire „Ich bin ein Bibliothekar“ über einem Bibliothekar, der seinen Beruf als Partner des Lesers über alles liebt und aufgeben soll, zugunsten eines unnötigen Programms intellektueller Beschäftigung.

„Verantwortung für alle“ lauten jetzt schon die Forderungen, die auf tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen hinweisen, die uns das Abflauen der Epidemie und ein Ende der Stille bringen werden. Den Bibliotheken wird dabei eine große Verantwortung zufallen, die sie auch einfordern sollen. Mit dem Sammelwerk: „Bibliotheken.Wegweiser für die Zukunft. Projekte und Beispiele“ zeigen sie, dass sie das können, man muss sie nur lassen und fordern (erscheint im 2. Halbjahr 2021). 

Rainer Kappe

Kollege, Freund und Berater - RIP

Als das Deutsche Bibliotheksinstitut zu Begin des neuen Jahrhunderts unterging, versuchte Rainer Kappe in dem Chaos zu retten, was noch zur retten war und den vielen Kollegen wenigstens den Hauch einer Zukunft zu vermitteln. Er selbst erhielt eine gute Zukunft im Jüdischen Museum. Dort sahen wir uns wieder. Er war zusammen mit anderen Autor und Herausgeber für Das Tagebuch des Klaus Seckel. ISBN 978-3-940862-14-3. Er beriet den Simon Verlag für Bibliothekswissen während des schwierigen Beginns seiner Tätigkeit und illustrierte einige der neuen Publikationen.  Rainer Kappe begleitete uns über viele Jahre. Wir werden ihn nie vergessen.

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrums. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenem Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als bei der Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre Arbeit und Schutz vor der Perestroika fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.  

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentralen bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017, berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder - das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA-Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodisch, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhielten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmte den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann, die Informationsvermittlung zu erobern, und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik, durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den 90er Jahren.

Guten Tag - haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn, zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.



Und nun diese Satire.

Christer Hermansson: Ich bin ein BIBLIOTHEKAR!


Eine scheinbar altbackene Beschreibung eines Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihm tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc. unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel...

Wir wollen den Autor, Christer Hermansson, nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. - Wir suchen dafür Partner und Mitstreiter - Termin offen (Dank Corona).

Spannend verspricht das Gespräch zu den verpassten (oder politisch nicht gewollten?) Chancen für Bibliotheken während der Corona-geprägten Zeit zu werden.

 

Kontakt und Bestellungen:

Telefon: 030 44739675

per email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer, ISBN 978-3-940862-03-7. Das Buch war hervorragend recherchiert, sehr gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.    
   

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum, ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer, bei der Digitalisierung ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronakrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser einen Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit Hardware sowie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher Nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann wenig, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Coronakrise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona-Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen einer Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV-Sendung von Hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nutzen, es sind digitale Verbraucher, die amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht die Informationsquellen nutzen, die den fake news den Boden entziehen würden.


Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmenwechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun erneut bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  wurde nicht nur von einem Teilnehmer des oben genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa (wenn auch nur als Kredit), aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern?


Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

Weiterlesen ...

Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

Weiterlesen ...

Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

Weiterlesen ...

Fake-News: Fehl-, Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten.

Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch- und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access.

Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-, Falsch- und Desinformationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontexts  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern in Die Zukunft der Informationswissenschaft - Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven und Forschungsfronten als Folgen der Digitalisierung. Dies sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung.

Mit dem Sammelwerk Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung, sondern auch Museen und  Institutionen stehen vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nicht nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

amazon – Seien Sie sorgfältig!

Nicht jedes Buch, das Sie bei amazon bestellen, wird an den Verlag weitergegeben. Bestellen Sie direkt bei uns per Email oder auch telefonisch. Jedes Buch aus unserem Verlag wird Ihnen innerhalb eines Tages portofrei geliefert.

Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

Weiterlesen ...