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Wolfgang Kaiser

Diversity Management - Eine neue Managementkultur der Vielfalt - für eine neues Image der Bibliotheken

2008, 134 Seiten, kart.
ISBN 978-3-940862-02-0
22,00 €

Diversity Management will die Heterogenität von Mitarbeitern mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen und wahrnehmbaren Unterschieden als Bereicherung einer (Non-)Profitorganisation nutzen. Letztendlich soll damit eine differenzierte Kundenorientierung vorgenommen werden. Dieses neue Management Konzept wird auf Umsetzungsmöglichkeiten für Bibliotheken untersucht. Nach einer theoretischen Einführung werden Definitionen des Konzeptes mit den sozialen Veränderungen des bibliothekarischen Umfeldes in Beziehung gesetzt. Die Bibliothek als Kommunikationsort und Öffentlicher Raum verlangt ein verändertes Management, das der kulturellen Vielfalt innerhalb der Bevölkerung und damit der Nutzer Rechnung trägt. Best Practice Beispiele aus den USA, Großbritannien und Dänemark verdeutlichen Auswirkungen und zeigen Wege für die Anwendung dieses Konzeptes. Daraus ergeben sich sowohl Forderungen an die Ausbildung als auch an die zukünftige Personalplanung an Bibliotheken. Diversity Management kann das Image, die soziale Stellung und das politische Gewicht von Bibliotheken verbessern und fördern.

Rezensionen

»Das präzise und stringent gehaltene Buch des Autors Wolfang Kaiser beleuchtet das Konzept des Diversity Management im Rahmen der modernen Bibliotheksarbeit umfassend und detailliert, was als Fachkraft in diesem Bereich sehr wohltuend zu lesen ist. Da in der Literatur selten gelungene Zusammenstellungen über diversity zu finden sind, ist es besonders lobenswert, wie es Kaiser im Wirr Warr des Diversitäts-Geschäftes gelingt, zunächst in den ersten zwei Kapiteln sehr sorgsam den Begriff des diversity management herzuleiten, klare Eingrenzungen unter Nennung namhafter Vertreter des Ansatzes vorzunehmen und ihn schrittweise ins Bibliothekswesen zu implementieren. Er betrachtet im gesamten Buch die Umsetzung des Ansatzes als persönliche Herausforderung derjenigen Personen, die in Bibliotheken als Team daran arbeiten, soziale Vielfalt konstruktiv zu nutzen.

Als Psychologin und Trainerin im Bereich der Interkulturellen und Diversitäts-Kompetenz empfinde ich den u.a. auf S. 27 genannten Aspekt die kommunikative Beziehung zwischen den Nutzern und den Mitarbeitern stärker in den Vordergrund zu rücken, dem Kaiser eine große Bedeutung bei der Verbesserung der Zusammenarbeit beimisst, absolut begrüßenswert und notwendig.

Im Kapitel drei widmet sich der Autor den sozialpsychologischen Grundlagen der zugrundeliegenden Anti- Diskriminierungspolitik gegenüber Minderheiten wie Migranten, Behinderten etc.« weiter

Friederike B. Haar / LIBREAS (2010/09/27)
Friederike Haar ist Diplom-Psychologin und Trainerin im Bereich Diversitäts und Gendermanagement und Interkulturelle Kompetenz.

»Bei dem Bemühen, weiterhin publikumsorientiert zu arbeiten, verfolgen viele Kultureinrichtungen eine Doppelstrategie: Einerseits gilt es, die traditionellen BesucherInnen bzw. NutzerInnen zu binden; andererseits wird es vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Globalisierung zunehmend notwendig, neue Interessengruppen für das eigene Angebot zu erschließen. Die kulturelle Vielfalt stellt dabei die Einrichtungen vor mancherlei Herausforderungen, wird aber prinzipiell als Bereicherung verstanden.

Das Konzept des Diversity Management hat US- amerikanische bzw. angelsächsische Wurzeln. Es basiert auf dem Prinzip der positiven Diskriminierung und ist besonders im Bibliothekswesen verbreitet. Vereinfachend lässt es sich als Versuch beschreiben, die kulturelle Vielfalt moderner Stadtgesellschaften sowohl als Angebot und Personal wie auch als Besucher und Nutzerschaft von Bibliotheken zu berücksichtigen. Zentrales Motiv ist dabei, die eigene Einrichtung für die Öffentlichkeit weiterhin attraktiv zu gestalten und als relevanten Kulturfaktor und Kommunikationsort zu begründen.

Die Ausführungen des Autors zeichnen Genese und Programmatik des Konzepts nach, präsentieren Praxisbeispiele aus Dänemark, England und den USA und berichten über die Ausbildungs- und Rekrutierungsmöglichkeiten von Diversity Mitarbeitern. Ein Nachwort von Mark Terkessidis zum Kontext von Kulturbetrieb und Einwanderungsgesellschaft verbindet abschließend die Ratgeberliteratur mit kulturpolitischen Reflexionen zur aktuellen social- inclusion Debatte.«

Franz Kröger / Kulturpolitische mitteilungen. Zentrale Zeitschrift für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. H. 126 /III 209: 81

»Dem bisher unbeachteten Aspekt Diversity Management (DiM) widmet sich Wolfang Kaiser: Wie steht es um interkulturelle Öffnung und Teilhabe in Öffentlichen Bibliotheken? Mangels Erfahrungen aus der deutschen Bibliothekslandschaft stellt Kaiser zahlreiche Beispiele von DiM aus den USA, England und Dänemark vor. Zielgerichtetes DiM könnte in Deutschlands Bibliotheken eine strukturelle Veränderung in die Wege leiten, so daß in Zukunft nicht allein ihre Dienstleistungen, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich die Vielfalt einer individualisierten und pluralistischen Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensstilen ethnischen und religiösen Herkünften, unterschiedlichen Altersstrukturen und Wertorientierungen widerspiegeln.

Schwerpunkt des Buches ist die Beschäftigung von DiM für Migranten. Angesichts des demografischen Wandels rund 15,3 Millionen Migranten, die etwa 19 Prozent der Bevölkerung ausmachen, muss der Teilhabe mehr konstruktive Aufmerksamkeit gewidmet werden als bisher. In den Bibliotheken und bibliothekarischen Ausbildungsstätten wie auch anderswo kommt hier der zielgerichteten Rekrutierung von Personal eine Schlüsselfunktion zu.«

Susanne Schneehorst / BuB 61 (2009) 03