Hartmut Walravens

Leitender Bibliotheksdirektor (i. R.), Staatsbibliothek zu Berlin

Walravens' Studium der Ostasienwissenschaften und der Ethnologie in Köln und Bonn hatte nachhaltige Folgen: Während andere segeln oder Krimis lesen, forscht und schreibt er über die Kulturgeschichte der Qing-Zeit in China, mandschurische Literatur, den großen Erforscher Japans, Philipp Franz von Siebold, das ostasiatische Druckwesen und die Herrnhuter Mission in Tibet. Dieses intensiv betriebene Hobby, das sich in zahlreichen Büchern dokumentiert, war ein patenter Ausgleich für den nicht seltenen Frust des Administrators, und sparte die Kosten für den Therapeuten ...

Die bibliothekarische Laufbahn war geradlinig: zunächst Fachreferent für Sozialwissenschaften an der Bibliothek der jetzigen Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, dann von 1986 bis 2009 Leiter der Abteilung Überregionale Bibliographische Dienste der Berliner Staatsbibliothek. Zum Verantwortungsbereich gehörten die Zeitschriftendatenbank, die Internationale ISBN-Agentur sowie die Internationale ISMN-Agentur (letztere seit 1993) und die Mitarbeit in der IFLA. Daraus ergab sich eine weltweite Tätigkeit, die zahlreiche Publikationen, namentlich drei Newsletter, ein Jahrbuch und eine zwölfbändige Bibliographie der Bibliographien einschloss, dazu die Organisation von internationalen Tagungen und Seminaren, mehrfach auch mit der Bibliothekarischen Auslandsstelle am Deutschen Bibliotheksinstitut. In Deutschland wurde eine Arbeitsgemeinschaft Zeitungen ins Leben gerufen, international eine Serie von Zeitungskonferenzen zwischen Shanghai und Santiago de Chile abgehalten, die in einer Reihe von Tagungsbänden dokumentiert sind.

In Arbeit ist die Ausgabe eines nachgelassenen Werkes des Berliner Bibliotheksdirektors, Holbein-Spezialisten sowie Förderers der modernen Kunst und Freundes ostasiatischer Kunst, Curt Glaser (1879–1943): Die Kunst des Quattrocento in Italien, im Florentiner Exil geschrieben – eine attraktive, nicht auf Spezialisten beschränkte Darstellung des Themas.

Ein weiteres Projekt ist eine Arbeit über das umfassende Schaffen des Münchener Technikhistorikers und Forschers auf dem Gebiet der außersensorischen Phänomene, Carl Graf von Klinckowstroem (1884–1969), dem wir nicht zuletzt Informationen über die erste Bibliotheksbeleuchtung und die erste Eisenbahnlektüre verdanken ...


Director of Libraries (ret.), Berlin State Library

That Walravens took his PhD in East Asian Studies and cultural anthropology had a lasting effect: While other people go sailing or read detective novels during their spare time, he prefers to do research and write – on the cultural history of Qing China, Manchu literature, Philipp Franz von Siebold, the great explorer of Japan, East Asian printing and publishing and the Moravian missions in Tibet. Riding his hobby-horse with enthusiasm as shown in a number of books proved to be a welcome balance for the frustrations of an administrative job and saved the honorarium for a therapist ...

Walravens' library career was straightforward: at first subject specialist for social sciences at Helmut Schmidt University Library in Hamburg, then from 1989 to 2009 director of the department of union cataloguing of the Berlin State Library. Among his responsibilities were the German Union Catalogue of Serials (ZDB), the International ISBN Agency, the International ISMN Agency (since 1993) and involvement in IFLA. This resulted in worldwide activities including numerous publications, e.g. three newsletters, one yearbook and a twelve volume bibliography of bibliographies, as well as the the arrangement of international meetings and seminars, in some cases in cooperation with the Foreign Relations Office of German Libraries. In Germany he established a Working Group Newspapers, on the international level a series of international newspaper conferences from Shanghai to Santiago de Chile – the latter are documented in a number of volumes of proceedings.

Current work includes the edition of a posthumous work by the Berlin library director Curt Glaser (1879–1943), a Holbein specialist, promoter of modern art and connoisseur of East Asian art: The Art of the Quattrocento in Italy, written in his Florence exile (after his dismissal by the Nazis) – an attractive book on the subject, not limited to specialists.

Another project is an appreciation of the historian of technology and critical researcher in the field of extrasensory phenomena, Count Carl von Klinckowstroem (1884–1969), who answered questions like: When was the first library lighting system installed, and: What was the first reading matter designed for railroad travelers.

Aktuelles

Corona Krise

Man will es kaum glauben, die Corona Krise belebt den öffentlichen digitalen Diskurs, in erster Linie via Fernsehen. Auffallend die Beherrschung einiger weniger Themen, verständlich aber doch sehr schade.

Im Mittelpunkt stand die Ökonomie:  die Öffnung der Läden, die staatliche Hilfe bei drohender Insolvenz, die Höhe des Kurzarbeitergeldes und die Disharmonie der Länderchefs.

Was fehlte:

-          Die zunehmende Belastung der Familien besonders der Mütter durch Dreifachbelastung, als Familie, als Lehrkraft und im so genannten Homeoffice.

Der Schaden durch FakeNews, Falschmeldungen, Propaganda und Horrorstories.

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

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Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

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Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

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Fake- News: - Fehl Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals  belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet . Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl Falsch und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access. Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-Falsch und des Informationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontext  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern Die Zukunft der Informationswissenschaft, hat die Informationswissenschaft eine Zukunft ? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven, Forschungsfronten und Fragen an die Folgen der Digitalsierung sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung .Mit dem Sammelwerk  Die digitale  Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung sondern auch Museen und  Institutionen stehen  vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern  gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

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Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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